Berlin Warum man mit Energiesparlampen vorsichtig umgehen muss

Die modernen Glühlampen sind gut für die Umwelt, weil sie Energie sparen, aber schwierig zum Entsorgen.
Die modernen Glühlampen sind gut für die Umwelt, weil sie Energie sparen, aber schwierig zum Entsorgen. © Foto: dpa
Berlin / DPA 24.09.2016
Energiesparlampen schonen das Klima, weil sie viel weniger Strom verbrauchen als die alten Glühbirnen. Doch wenn sie zerbrechen, ist Vorsicht angesagt – vor allem, wenn sie Quecksilber enthalten.

Energiesparlampen sind eine gute Sache, finden Umweltverbände. Wenn sie kaputt gehen, kann allerdings Quecksilber austreten. Und das ist für Menschen giftig. Deshalb will die Deutsche Umwelthilfe (DUH) erreichen, dass die Hersteller in ihren Lampen nur so viel Quecksilber verwenden wie nötig. Der Bundesgerichtshof hat nun entschieden, dass Energiesparlampen nicht verkauft werden dürfen, wenn sie zu viel Quecksilber enthalten. Im Folgenden Fragen und Antworten zu den wichtigsten Risiken:

Was sind die Vorteile? Durch den niedrigen Stromverbrauch und die lange Lebensdauer tragen sie zum Klimaschutz bei.

Welche Risiken gibt es bei den Lampen? Energiesparlampen müssen Quecksilber enthalten, sonst leuchten sie nicht. Quecksilber ist ein Schwermetall, das in der Natur vorkommt – aber für Menschen giftig ist. Im Normalbetrieb geht von den Lampen keine Gefahr aus. Nur wenn sie zu Bruch gehen und Quecksilber austritt, muss man aufpassen. Das Bundesumweltamt rät bei Schwangeren, Säuglingen und Kleinkindern zur Vorsicht.

Was kann man tun? Zerbricht die Lampe in der Wohnung, sollte man  den Raum gut lüften. Anschließend sollten die Scherben aufgesammelt oder vorsichtig mit einem Blatt Papier zusammengekehrt werden. In einem geschlossenen Behälter sollen die Scherben zum Wertstoffhof gebracht werden. Auf keinen Fall sollte man aber den Staubsauger benutzen.

Wie entsorgt man Lampen, die nicht mehr funktionieren?  Jedemfalls sollte man sie nicht im Hausmüll entsorgen. Man kann sie bei einer Sammelstelle in einem Geschäft abgeben, etwa in Drogeriemärkten oder auch in großen Elektrofachmärkten. Wichtig ist, dass diese Sammelbehälter so gestaltet sind, dass die Lampe nicht zerbricht, wenn man sie in den Behälter wirft. Sonst würde sich das Quecksilber im Laden ausbreiten.

Ist das Quecksilber-Problem bei allen Energiesparlampen gleich? Nein. Das hängt davon ab, wie viel Quecksilber eine Lampe enthält und und welche Technologie der Hersteller verwendet. Der Grenzwert für Quecksilber pro Lampe liegt seit 2013 bei 2,5 mg pro Lampe. Allerdings hat die DUH  Energiesparlampen entdeckt, bei denen dieser Grenzwert überschritten wurde.

Das passiert laut Umwelthilfe vor allem bei Lampen, die mit der Flüssig-Dosiertechnik hergestellt werden. Dabei wird das Quecksilber in kleinen Tröpfchen in die Lampe gegeben. Das sei billiger als modernere Methoden wie die Quecksilber-Dosierpillen oder die Amalgamtechnik, sagt DUH-Experte Thomas Fischer. Bei der Tröpfchen-Technik komme es leicht zur Überdosierung.