Die türkische Notenbank hat ihren Leitzins trotz einer hohen Inflation weiter stark gesenkt. Der Zins für einwöchiges Notenbankgeld sei von 19,75 Prozent auf 16,50 Prozent reduziert worden, teilte die Zentralbank am Donnerstag in Ankara mit.

Bereits Ende Juli hatte die Notenbank eine starke Zinssenkung um 4,25 Prozentpunkte vorgenommen. Experten hatten einen weiteren starken Zinsschritt erwartet. Sie waren aber nur von einer Reduzierung auf 17,00 Prozent ausgegangen.

Obwohl die Senkung stärker als von Ökonomen erwartet ausgefallen war, konnte der Kurs der türkischen Lira nach der Zinsentscheidung zulegen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass einige Anleger einen noch stärkeren Zinsschritt befürchtet hatten.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte Anfang Juli unter Protest von Opposition und Wirtschaftsexperten den Chef der Zentralbank gefeuert. Murat Cetinkaya, der den Posten seit April 2016 innehatte, wurde durch seinen bisherigen Stellvertreter Murat Uysal ersetzt.

Erdogan hatte in den vergangenen Monaten immer wieder Zinssenkungen gefordert. Der Staatschef geht entgegen jeder Lehrbuchmeinung davon aus, dass Zinssenkungen die Inflation bekämpfen.