Hannover VW-Investoren wollen von Wulff Schadenersatz

Hannover / SWP 07.01.2012

. Mitten in der Kredit- und Medienaffäre sind gegen Bundespräsident Christian Wulff nun auch Vorwürfe wegen seiner früheren Tätigkeit als VW-Aufsichtsrat laut geworden. VW-Investoren halten Wulff nach einem Medienbericht vor, während der Übernahmeschlacht von Porsche und Volkswagen Pflichten verletzt zu haben.

So habe er - als niedersächsischer Ministerpräsident Mitglied im VW-Kontrollgremium - nicht verhindert, dass Anleger getäuscht worden seien. Die Investoren fordern dem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge knapp 1,8 Mrd. EUR Schadensersatz. Insgesamt 67 Anleger, darunter Banken und Versicherungen, haben demnach einen Antrag auf Einleitung eines außergerichtlichen Güteverfahrens bei der staatlich anerkannten Gütestelle Cena Com in Karlsruhe gestellt. Dort gab es wegen des Feiertags keine Auskunft. Die Kläger werfen Wulff vor, er habe "schweigend und untätig zugesehen, wie Porsche Nutznießer der Kapriolen (an der Börse) wurde und 5,4 Mrd. EUR Beute machte".

Zahlreiche Anleger beschuldigen den Sportwagenbauer, er habe Investoren 2008 bei seinem später gescheiterten Übernahmeversuch von VW hinters Licht geführt und seine Absichten verborgen. Durch diesen Verstoß gegen Transparenzpflichten im Aktienrecht seien Kursturbulenzen verursacht worden, die Anlegern teilweise massive Verluste eingebracht hätten. dpa