Die rund 500 Beschäftigten beim Maschinenbauer Voith in Sonthofen im Allgäu kämpfen weiter um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Der Konzern mit Stammsitz im schwäbischen Heidenheim hatte im Oktober 2019 angekündigt, das Werk zu schließen.

Bereits am vergangenen Donnerstag trat die Belegschaft in einen unbefristeten Streik. Zuvor hatten 98 Prozent der IG-Metall-Mitglieder in Sonthofen in einer Urabstimmung dafür gestimmt. Seitdem steht die Produktion still. Der Streik ist als letztes Mittel gedacht, um die Unternehmensleitung von dem Plan abzubringen, das Werk Ende des Jahres zu schließen.

Geschäftsführung: Streik führt zu keinem Ergebnis

Voith produziert in Sonthofen Spezialgetriebe, das Unternehmen hält ungeachtet des Streiks an den Schließungsplänen fest. „Wir sind davon überzeugt, dass die von der IG Metall Allgäu initiierte Arbeitsniederlegung für die Mitarbeiter in Sonthofen zu keinem Ergebnis führen wird“, erklärte Mathias Mörtl, Mitglied der Geschäftsleitung von Voith Turbo, der für die Antriebstechnik zuständigen Sparte.

IG Metall setzt auf Verhandlungserfolg von Aiwanger

Die IG Metall hofft indes auch auf einen Verhandlungserfolg von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Das Vermittlungsangebot des Freie-Wähler-Chefs sei zu begrüßen, teilte die Gewerkschaft am Montag mit. Die IG Metall sei weiterhin gesprächsbereit.

Hubert Aiwanger hatte angeboten, in der Auseinandersetzung zu vermitteln. „Es geht darum, möglichst viele Arbeitsplätze am Standort Sonthofen zu erhalten“, erklärte er.

Auch Voith-Werk in Sachsen soll geschlossen werden

Voith ist der größte Arbeitgeber in der Allgäuer Kommune. Die Unternehmensleitung will noch ein weiteres kleines Werk in Sachsen schließen und mit dem Gesamtbetriebsrat über einen Sozialplan verhandeln - im Rahmen einer Einigungsstelle, in der ein unparteiischer Vorsitzender die Gespräche von Arbeitgeber und Arbeitnehmern leitet. Das Gremium soll spätestens am 4. Mai 2020 erstmals tagen. „Der Austausch mit dem Gesamtbetriebsrat ist konstruktiv und wir rechnen zeitnah mit konkreten Ergebnissen“, erklärte Mörtl.