Frankfurt Vermehrte Skepsis

Frankfurt / Rolf Obertreis 02.05.2017

Ein neuer Rekord im Deutschen Aktienindex Dax mit fast 12 500 Zählern. Viele Börsianer bleiben zuversichtlich. Der Aufschwung an der Börse hält jetzt im neunten Jahr hintereinander an. Billig sind Aktien nicht mehr, sagt nicht nur Michael Bissinger von der DZ Bank. Der US-Markt handele sogar so teuer wie selten zuvor. Die Kurse seien deutlich stärker gestiegen als die Gewinnerwartungen für die Unternehmen und auch als die Unternehmensergebnisse selbst, warnen andere Börsianer. Die Konzerne müssen die Erwartungen der Börse erst einmal erfüllen. Schaffen sie das nicht, sieht es schlecht aus.

Schließlich verweisen Skeptiker auf die Sorglosigkeit der Anleger. Die sei so groß wie zulegt 2014, betont Claudia Windt von der Helaba. Ähnlich sieht es Commerzbanker Michael Schubert mit Blick auf die Wahlen in Europa, auf den Brexit und die US-Regierung. „Normalerweise führen hohe politische Risiken auch zu Unsicherheit an den Finanzmärkten, weil politische Unsicherheit mit wirtschaftlicher einhergeht. Diesmal ist davon aber nichts zu spüren. Im Gegenteil.“

 Der 7. Mai und die Stichwahl in Frankreich ist für die Börse ein sehr wichtiges Datum. Weil die meisten fest mit einem Erfolg von Emmanuel Macron rechnen, halten sie an ihren Prognosen fest. Die Helaba erwartet bis Jahresende nach zwischenzeitlichem Rückgang wieder 12 000 Zähler. DZ Bank-Experte Bissinger hält an seiner Voraussage von 12 500 zum Jahresende fest. Analyst Wieland Staud traut dem Dax bis dahin sogar weitere 5 bis 7 Prozent zu. Das wären mehr als 13 000 Punkte.

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