Brüssel / AFP Nach dem Willen der EU-Kommission soll es schwieriger werden, mit Klontieren Geld zu verdienen. Klon-Gegnern reichen die Vorschläge aber nicht aus.

Im Streit um Klonfleisch auf den Tellern der EU-Bürger hat die EU-Kommission neue Vorschläge unterbreitet. Demnach soll die Vermarktung geklonter Tiere in der EU verboten werden, das gleiche soll für Produkte von Klonen gelten - etwa Milch oder Käse. "Solange Bedenken in Bezug auf das Tierwohl bestehen", solle es in der EU auch ein Verbot des Klonens von Tieren zu landwirtschaftlichen Zwecken geben, teilte die Kommission in Brüssel mit. Auch der Import von Klontieren solle verboten werden.

Mit diesem Entwurf will die Kommission eine bestehende Gesetzgebung zu sogenannten neuartigen Lebensmitteln überarbeiten. Dabei würden auch "ethischen Bedenken" gegenüber der Klontechnik Rechnung getragen. Die Vorschläge gingen auf "realistische und praktische Weise auf Tierschutzanliegen ein", erklärte EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg.

Im Europaparlament stieß die Vorlage auf massive Kritik, weil darin nur die Rede von Klontieren ist, nicht aber von deren Nachkommen. "Diese Vorschläge der EU-Kommission sind eine Frechheit", kritisierte die SPD-Europaabgeordnete und Lebensmittelexpertin Dagmar Roth-Behrendt. Das geplante Verbot des Klonens und der Vermarktung geklonter Tiere klinge zwar "erst einmal gut". Das Problem seien aber nicht die wertvollen Klone selbst, sondern deren Nachkommen. Dass diese in dem Vorschlag der Kommission nicht erwähnt würden, sei geradezu "unverschämt" - zumal auch keine Kennzeichnungspflicht für Fleisch und Produkte von Nachkommen geklonter Tiere vorgesehen sei.

Der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament, Martin Häusling, sprach von einem "Kniefall vor den Interessen US-amerikanischer Agrarkonzerne." Das geplante Verbot des Klonens von Nutztieren löse aber die Probleme nur "zu einem geringen Teil. Entscheidend sei der Umgang mit den Nachkommen der Klontiere. Fleisch, Käse oder Milch aus späteren Generationen hätten auf dem Markt der EU genauso wenig verloren wie die Klontiere selbst.