Kommentar Helmut Schneider zur Lage der deutschen Banken Verkannte Verhältnisse

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Ulm / Helmut Schneider 30.08.2018

Man braucht die Kassandrarufe des renommierten Bankanalysten Stuart Graham jetzt nicht gleich für bare Münze zu halten, denn das Geschäft der Experten besteht auch darin, mit steilen Thesen für Aufmerksamkeit zu sorgen. Im Kern hat der Mann aber Recht – ohne dass dies die Öffentlichkeit so richtig zur Kenntnis nehmen möchte.

Bei manchen Politikern ist die Bankenbranche immer noch ein Sammelbecken der Raffgier, Verbraucherschützer schicken immer wieder Klagen über angeblich überhöhte Gebühren in Umlauf und wenn die Sparkassen oder Volksbanken kaum besuchte Filialen schließen, regt sich Unmut auf dem Land.

Tatsächlich kranken die Banken daran, dass es zu viele von ihnen gibt und dass sie zu wenig Gewinn machen. Das lehrt nicht nur der Experte Graham – jeder Vergleich mit dem Ausland zeigt es seit Jahren. Die Probleme der Deutschen Bank wie der Commerzbank belegen ebenso die verkannten Verhältnisse und dass die Branche eine große Baustelle ist.

Wird die Baustelle einmal beendet sein? Die Schwierigkeiten sind jedenfalls erkannt. Die Konzentration schreitet ebenso voran wie die sträflich vernachlässigte Digitalisierung. Ein Land ohne leibhaftige Bankfiliale in erreichbarer Entfernung wird Deutschland aber noch lange nicht. Und das ist auch gut so.

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