„Unternehmen beschädigt“ Verärgerung bei Bund und Aufsichtsrat über Bahn-Brandbrief

Hat mit einem alarmierenen Brief an die Konzernmanager den Blick auf die schwierige Lage der Bahn gerichtet: Bahn-Vorstandschef Richard Lutz. Foto: Soeren Stache
Hat mit einem alarmierenen Brief an die Konzernmanager den Blick auf die schwierige Lage der Bahn gerichtet: Bahn-Vorstandschef Richard Lutz. Foto: Soeren Stache © Foto: Soeren Stache
Berlin / DPA 15.09.2018

Bahnchef Richard Lutz hat mit seinem Brandbrief zur desolaten Lage des Staatsunternehmens für Verärgerung im Aufsichtsrat und beim Bund als Eigentümer gesorgt.

„Ich halte nichts davon, solche Briefe zu schreiben“, sagte der Bahnbeauftragte der Bundesregierung, Verkehr-Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU), der „Welt“. „Richard Lutz muss sich darüber im Klaren sein, dass er damit das Unternehmen in der Öffentlichkeit beschädigt hat.“ Das Blatt zitierte ein nicht genanntes Aufsichtsratsmitglied mit den Worten: „Es überrascht uns, von einem solchen Brief aus der Presse zu erfahren. Ich hätte erwartet, über das Ausmaß der Probleme vorab informiert zu werden.“

Die Bahn macht immer mehr Schulden, hat ein Dauerproblem im Schienengüterverkehr und im ersten Halbjahr im Regional- und Fernverkehr einen Gewinnrückgang zu verzeichnen. Lutz hatte in einem Brief an seine Topmanager zahlreiche Schwächen benannt und einen Kurswechsel angekündigt.

Ferlemann stellte das Rabattsystem der Bahn infrage. „Es ist nicht nur für die Kunden schwer, da den Überblick zu behalten, sondern die Bilanz zeigt auch, dass sich mit diesem Preismodell die Kosten nicht decken lassen.“

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