Die Aktie von Akku-Hersteller Varta hat am Mittwoch an nur einem Tag 25 Prozent an der Börse verloren. Umgerechnet hat sich damit eine Marktkapitalisierung von fast einer Milliarde Euro in Luft aufgelöst. Auslöser des jetzigen Absturzes der Varta-Aktie ist einem Bericht der „Welt“ zufolge der Kommentar eben desjenigen Analysten, der den Hype einst beschleunigt hatte.

Im vergangenen Jahr hatte die 1887 gegründete Firma aus Ellwangen einen kometenhaften Aufstieg erlebt, Varta wurde zum Börsenstar und zu einem der am schnellsten wachsenden Technologieunternehmen Deutschlands. Der Kurs kletterte von rund 25 Euro auf mehr als 120 Euro, also auf beinahe das Fünffache. Das lag vor allem daran, dass das Unternehmen aus dem schwäbischen Ellwangen wie kein zweites vom Boom der Wearables profitiert, tragbaren Hightech-Geräten.

Commerzbank-Analyst legt Varta-Batterie in AirPod frei

Der Aufstieg der Varta-Aktie war eng mit einem Apple-Produkt verknüpft: dem Verkaufsschlager AirPod. Der Commerzbank-Analyst Stephan Klepp hatte dem Bericht der „Welt“ zufolge einen AirPod aufgesägt, nachdem bekanntgeworden war, dass die Batterien des Apple-Produktes von einem deutschen Mittelständler stammen sollten. Die Kennungen der Batterien ließen auf Varta schließen. Klepp hatte daraufhin seine Kursschätzungen auf 120 Euro taxiert.

Der Hauptsitz des Mittelständlers Varta liegt in Ellwangen an der Jagst.
© Foto: DPA (Archiv)

Am Mittwoch nun war es ebenfalls Klepp, der mit einer Aussage den Kurs ins Rutschen brachte. Er stellte seine Einschätzung bezüglich der Aktie auf „Halten“ statt wie zuvor im Dezember auf „Kauf“. ALs Begründung sieht Klepp dem Bericht zufolge vor allem die extreme Konkurrenzsituation auf dem Markt. Insbesondere aus China werde Varta bedrängt. Das könne, so Klepp dem Bericht zufolge, zu dem massiven Kursverlust geführt haben. Der Kurs lag am Mittwoch zu Börsenschluss bei rund 90 Euro. Zum Start am Donnerstag kletterte der Kurs der Aktie auf über 96 Euro (Stand: 10.30 Uhr).

Varta: Opfer des eigenen Erfolgs?

In die gleiche Kerbe schlägt auch ein Bericht von „ARD Börse“ zu Varta. Dort heißt es, Varta werde ein Stück weit „Opfer seines eigenen Erfolges“. Und weiter: „Wegen der starken Nachfrage, die der schwäbische Batteriehersteller nicht komplett habe bedienen können, hätten die Abnehmer des Unternehmens bei anderen Zulieferern eingekauft.“

Laut dem Analysebericht der Commerzbank sollen die chinesischen Firmen bei den großen Kunden aus der Elektronikbranche wie Samsung, Sony und JBL erfolgreich gewesen seien, heißt es weiter bei der ARD. Varta, das im MDax gelistet ist, glaubt, dass die chinesischen Wettbewerber gegen Patentschutz verstoßen haben und gehe nun rechtlich gegen sie vor, heißt es in der Commerzbank-Studie.

Dem ARD-Bericht zufolge soll es auch schon Abmahnungen gegen die betroffenen Firmen gegeben haben.