Bonn US-Pläne bringen Telekom hohe Verluste

Bonn / DPA 09.11.2012
Tiefrote Zahlen in den Büchern, aber Hoffnung für die Zukunft. Die Quartalsbilanz der Telekom verlangt den Anlegern vor allem eins ab: gute Nerven.

Milliardenschwere Abschreibungen im US-Geschäft haben die Deutsche Telekom im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gedrückt. Die Buchverluste im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme des US-Konkurrenten PCS seien aber nicht kassenwirksam und brächten die Chance auf ein schlagkräftiges neues Unternehmen in den USA mit hohen Wertzuwächsen, betonte Konzernchef René Obermann. Zukunftslösungen seien manchmal mit schmerzhaften Schlussstrichen verbunden. Auf dem Heimatmarkt zeige sich die Telekom stark und stabil.

Insgesamt blieb der Quartalsumsatz des Dax-Konzerns mit 14,7 Mrd. EUR in etwa konstant. Wegen der Abschreibungen auf das US-Geschäft im Rahmen der Übernahme von Metro PCS musste aber ein Konzernfehlbetrag von 6,9 Mrd. EUR verbucht werden nach plus 1,07 Mrd. EUR im Vorjahreszeitraum. Dennoch hält die Telekom an ihrer Jahresprognose fest. Die Dividende solle 2013 wie versprochen 70 Cent je Aktie betragen, sagte Obermann.

Für die Übernahme in den USA erhoffe sich die Telekom im Laufe des ersten Halbjahres 2013 die Zustimmung der Gesellschaften und der US-Aufsichtsbehörden, sagte der Telekom-Chef. Dadurch entsteht nach den Planungen eine Gesellschaft mit rund 42 Mio. Kunden. PCS ist stark vor allem im Geschäft mit Prepaid-Kunden, das in den USA deutlich attraktiver ist als in Deutschland.

T-Mobile USA mit rund 33 Mio. Kunden gilt für den riesigen US-Markt als zu klein und leidet unter dem Manko, als einziger der vier großen US-Anbieter das Apple-iPhone 5 nicht anzubieten. Ein Versuch der Telekom, den US-Telefon-Giganten AT&T zu kaufen, war im vergangenen Jahr am Einspruch der Wettbewerbsaufsicht gescheitert.

In Deutschland gewann der Konzern 550 000 Mobilfunk-Vertragskunden und sieht sich auf dem Weg, die an Vodafone verlorene Mobilfunk-Marktführerschaft zurückzugewinnen. Die Telekom bemühe sich weiter um Kostenverringerung und habe eine Marketingoffensive gestartet.