Trumps Sonderzölle US-Firmen in China spüren Auswirkungen des Handelskonflikts

Werbetafel des US-Einzelhandelskonzerns Walmart in Peking. Foto: Mark Schiefelbein/AP
Werbetafel des US-Einzelhandelskonzerns Walmart in Peking. Foto: Mark Schiefelbein/AP © Foto: Mark Schiefelbein
Peking / DPA 20.07.2018

Amerikanische Unternehmen in China spüren bereits die Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen den USA und der Volksrepublik.

„Es gibt keine Gewinner in einem Handelskrieg“, sagte der Präsident der Amerikanischen Handelskammer, William Zarit, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Peking. Eine Lösung ist derweil nicht in Sicht: Chinas Staatsmedien äußerten scharfe Kritik an der Regierung von Präsident Donald Trump und warfen ihr „Wortbruch“ vor, indem sie Vereinbarungen in vier Runden von Verhandlungen über die Handelsprobleme nicht eingehalten habe.

Die in China ansässigen US-Firmen seien sehr besorgt, dass sie Ziel chinesischer Vergeltung werden könnten. „Wir ermutigen sie und helfen ihnen, sich auf das Schlimmste vorzubereiten“, erklärte Zarit. „Fast 80 Prozent der befragten Mitglieder der Kammer sagten, dass Zölle ihre Arbeit in China in gewissem Maße beeinträchtigen könnten - auch wenn noch nicht gesagt werden kann, wie weit.“

Die psychologischen Folgen des Handelsstreits seien für die US-Betriebe im Land allerdings bereits erkennbar. „Unsere Unternehmen spüren den Druck“, sagte Zarit. „Es ist wichtig festzuhalten, dass nicht nur amerikanische und chinesische Unternehmen von einem anhaltenden Handelskrieg betroffen sein werden.“ Firmen und Verbraucher aus der ganzen Welt hätten darunter zu leiden.

Die US-Handelskammer in China lehnt die von Trump bereits eingeführten und noch angedrohten Strafzölle auf chinesische Importe ab. Aber die Probleme wie ungerechten Wettbewerbsbedingungen, unter denen die US-Unternehmen in China leiden, und das wirtschaftliche Ungleichgewicht müssten beseitigt werden, sagte auch Zarit.

Wegen des großen Handelsdefizits der USA zieht Trump gerade mit Strafzöllen gegen China, die EU, Japan, Kanada und Mexiko zu Felde. Nach einem ersten Aufschlag mit 25-prozentigen Strafzöllen auf Importe aus China im Wert von 34 Milliarden US-Dollar sollen diesen Monat weitere Abgaben auf chinesische Einfuhren von 16 Milliarden folgen.

Bis Ende August droht Trump zudem mit Sonderzöllen von zehn Prozent auf Waren aus China im Wert von 200 Milliarden US-Dollar. Damit wäre die Hälfte aller Importe aus China betroffenen. Trump denkt sogar an Strafzölle auf alle chinesischen Einfuhren von rund 500 Milliarden US-Dollar.

Es gibt Befürchtungen, dass jetzt in China eine Kampagne gegen US-Unternehmen wie 2017 gegen südkoreanische Firmen gestartet werden könnte. Auslöser war damals Seouls Entscheidung, ein US-Raketenabwehrsystem zu stationieren, das sich zwar gegen Nordkorea richtete, aber auch von China als Bedrohung empfunden wurde. Zarit verwies auf Äußerungen der chinesischen Regierung, im Handelsstreit die Rechte und Interessen „aller Unternehmen in China“ schützen zu wollen. „Wir erwarten, dass China sein Versprechen einhält.“

Chinas Staatsmedien verschärften unterdessen ihre Kritik an Äußerungen von US-Regierungsvertretern, die China die Schuld am Stillstand der Handelsgespräche zugeschoben hatten. Vielmehr sei das Weiße Haus verantwortlich für den Zusammenbruch der Verhandlungen, indem es frühere Zusagen nicht eingehalten und den Handelskrieg angezettelt habe, kommentierte die „Global Times“, die vom kommunistischen Parteiorgan „Volkszeitung“ herausgegeben wird.

China sei ein starkes Land und werde sich den USA nicht unterwerfen. „China hat bereits entschieden, die Herausforderung aus Washington anzunehmen, und ist bereit für einen langwierigen Handelskrieg, der viele Jahre dauern könnte“, schrieb der Kommentator. „China wird keine Bedingungen für einen Waffenstillstand akzeptieren, der nur das Land erniedrigt und dessen Souveränität aufgibt.“

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