Stuttgart / DPA

Die Beschäftigten der privaten Busfirmen im Land haben sich mit großer Mehrheit für unbefristete Streiks ausgesprochen. 95,6 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder in den betroffenen Unternehmen hätten bei den Urabstimmungen in den vergangenen beiden Wochen gegen das Angebot der Arbeitgeber und damit für einen Ausstand gestimmt, teilte die Gewerkschaft Verdi am Dienstag in Stuttgart mit. „Das Ergebnis der Urabstimmung lässt keine Interpretationen zu: die Beschäftigten sind bereit, für ihre Forderungen zu kämpfen“, sagte Verhandlungsführer Andreas Schackert.

Sollten die Busfahrer streiken, müssten sich die Fahrgäste erneut auf Einschränkungen einstellen. Im Januar und Februar hatte die Gewerkschaft immer wieder zu Warnstreiks in zahlreichen Städten Baden-Württembergs aufgerufen. Vielerorts wurde der komplette Linienverkehr lahmgelegt. Verdi kündigte nun an, auch ohne Vorankündigung zu streiken. Dann seien auch mehrtägige Arbeitsniederlegungen an einem Ort möglich.

Eine letzte Chance gibt es noch: Legen die Arbeitgeber bis Donnerstag ein neues Angebot vor, will sich die Gewerkschaft noch einmal an den Verhandlungstisch setzen. „Unser Ziel ist es, dass es keine mehrtägige Streiks gibt“, sagte die stellvertretende Geschäftsführerin des Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer, Yvonne Hüneburg, der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn Verdi so verhandlungsbereit ist wie wir, dann ist da was machbar“, so Hüneburg. Derzeit lote man aus, ob noch in diesem Monat weitere Verhandlungen stattfinden können. „Ich bin guter Dinge, dass es keine weiteren Streikaktionen gibt“, sagte Hüneburg.

Vor drei Wochen waren die Gespräche zwischen Arbeitgebern und der Gewerkschaft Verdi nach stundenlangen Verhandlungen knapp gescheitert. Der Verband der privaten Omnibusfirmen hatte zuletzt statt 5,8 Prozent Lohnplus bei einer Laufzeit von drei Jahren noch 5,3 Prozent für zwei Jahre geboten. Verdis Forderung lag ursprünglich bei 5,8 Prozent für ein Jahr. Bei der Laufzeit war man sich dem Vernehmen nach schon entgegengekommen.

Die Gewerkschaft will aber vor allem die Gehaltsunterschiede zu den Busfahrern im öffentlichen Dienst verringern. „Das Ziel ist jetzt, schnell einen guten Abschluss zu erreichen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Schackert. Laut der Gewerkschaft sind von den Verhandlungen rund 9000 Beschäftigte privater Busunternehmen betroffen. Viele davon übernehmen den lokalen Nahverkehr.

Verdi Baden-Württemberg