Kommentar Thomas Veitinger zu den Flugausfällen in Deutschland Unzumutbare Zustände

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Ulm / Thomas Veitinger 14.07.2018

Das können die doch nicht ernst meinen! Diesen Gedanken dürften viele Kunden kennen, wenn ihr Flug gestrichen wird – vielleicht auch noch kurzfristig. Ist es nicht schwierig genug, Geschäftstermine oder den Urlaub richtig zu legen? Bei einer Verschiebung oder Annullierung gibt es nicht viele Reaktionsmöglichkeiten für den sitzengelassenen Kunden: Oft herrscht auf Strecken wenig Konkurrenz.

Fluggesellschaften wissen, dass sie unzufriedene Kunden zurücklassen. Können sie nichts an der tausendfachen „Streicheritits“ ändern, ist dies nicht hinzunehmen. Warum kündigen sie Flüge an, wenn sie Schwierigkeiten haben, Flugzeuge oder Crews zu bekommen? Oder wollen sie tatsächlich die begehrten Start- und Landerechte nicht verlieren, die die insolvente Air Berlin hinterlassen hat? In jedem Fall sollte sich der Gesetzgeber einmal mit dem Durcheinander beschäftigen. Wenn es stimmt, dass 2018 bereits eine knappe halbe Milliarde Euro an Entschädigungsansprüchen entstanden sind, dann ist den Airlines wohl nicht mit Geld beizukommen. Sicherlich reagierten die Gesellschaften anders, wenn ihnen der Entzug von Start- und Landerechten droht.

In jedem Fall ist es peinlich für den Standort Deutschland, wenn nach den Dauerstaus auf Straße und Chaos auf der Schiene nun auch noch der Himmel unzumutbar wird.

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