Auf der Suche nach Öl im Südwesten ist das Heidelberger Unternehmen Rhein Petroleum nach eigenen Angaben in Weingarten (Kreis Karlsruhe) fündig geworden. Bei den Probebohrungen im Bohrloch Steig-1 habe man einen „signifikanten Ölfund“ gemacht, teilte Rhein Petroleum, eine Tochter der niederländischen Tulip Oil und der Deutschen Rohstoff AG, am Montag mit. Größe und Wert müssten aber noch bestimmt werden.

Die Bohrungen hatten Ende Mai in der Nähe eines Baggersees begonnen und sollten bis in etwa 900 Meter Tiefe reichen. Es war damals ungewiss, ob sich tatsächlich Öl in den sogenannten Pechelbronner Schichten befindet. Untersuchungen im Vorfeld waren den Angaben zufolge aber vielversprechend. Weingarten sei der einzige Ort in Baden-Württemberg, an dem derzeit nach Öl gesucht werde.

Im Rheingraben wurde bereits früher Öl gefördert, später mussten die Felder mangels Ergiebigkeit stillgelegt werden. Das Erdölvorkommen, das Rhein Petroleum über die Probebohrung erschließen möchte, ist nach Unternehmensangaben seit den 1950er Jahren bekannt. Es liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum alten Erdölfeld „Weingarten“, aus dem bis in die 1960er Jahre Erdöl gefördert wurde. In Graben-Neudorf und Huttenheim (Philippsburg) wurde ebenfalls bis in die 1960er Jahre und in Eggenstein-Leopoldshafen bis in die 1980er Jahre Erdöl gefördert. Vor drei Jahren waren Probebohrungen im nur wenige Kilometer entfernten Graben-Neudorf erfolglos abgebrochen worden.

„Das Öl aus dem Oberrheingraben hat eine hervorragende Qualität“, hatte das Unternehmen nach Beginn der Probebohrung mitgeteilt. „Es ist leicht, schwefelarm und reich an wertvollen Inhaltsstoffen.“ So eignet es sich gut für die Herstellung etwa von Medikamenten, Kosmetika oder Kunststoffen.

Derzeit werden laut Rhein Petroleum rund drei Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdöls auch in Deutschland gefördert.

PM zum Ölfund

Beschreibung der Probebohrung in Weingarten