Kommentar Thomas Veitinger zum Streichen der Einfuhrzölle Unerwartetes Angebot

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Ulm / Thomas Veitinger 06.07.2018

Ja, was ist das denn? Gerade noch scheint der Handelskonflikt zwischen EU und USA zu eskalieren. EU-Kommissar Günther Oettinger nimmt das Wort Handelskrieg in den Mund. Da schickt US-Präsident Donald Trump seinen Botschafter vor und macht ein Angebot, das die deutschen Bosse eigentlich nicht ablehnen können.

Hat der unberechenbare Präsident Druck bekommen? Ist ihm der angedrohte Wegzug der Ikone Harley-Davidson auf den Magen geschlagen? Sieht er doch die möglichen negativen Effekte  für sein Land? Man weiß es nicht. Das Angebot könnte eine Menge Probleme der an Problemen derzeit nicht gerade armen Autoindustrie lösen. Und mehr noch: als Blaupause für andere Bereiche wie die Stahlindustrie dienen. Sogar Handelshemmnisse wie Normen und Standards könnten fallen.

Ob es dazu kommen wird, ist dennoch offen. Nach den Grundsätzen der WTO darf es Zollsenkungen nur gegenüber allen Handelspartnern geben. Die Interessen innerhalb der EU sind unterschiedlich: Der französische Präsident Emmanuel Macron plädiert für ein unnachgiebige Haltung. Was EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei seinem Treffen Ende Juli in Washington vertritt, ist unklar. Möglicherweise interessiert ja auch Trump morgen nicht mehr sein Geschwätz von heute. Der Handelskonflikt ist noch lange nicht ausgestanden.

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