Nabu Kreuzfahrt-Ranking 2018 Deutsche Kreuzfahrtschiffe am umweltfreundlichsten

Rauch kommt aus dem Schornstein eines Kreuzfahrtschiffes.
Rauch kommt aus dem Schornstein eines Kreuzfahrtschiffes. © Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Hamburg / DPA/swp 21.08.2018
Die Kreuzfahrtindustrie schafft erstmals eine Reduzierung von Schadstoffen. Das bestätigt der Nabu-Bericht. Doch das Ranking ist umstritten.

Auch dieses Jahr veröffentlicht der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) das Kreuzfahrt-Ranking.

Seit Jahren hat die Umweltschutzorganisation ein Auge auf Kreuzfahrtschiffe. „Die Umweltbilanz der Kreuzfahrtreeder ist insgesamt weiterhin schlecht“, hatte Bundesgeschäftsführer Leif Miller im vergangenen Jahr für die europäische Branche bilanziert.

Am Dienstag will sich der Nabu zu den Schadstoffemissionen in diesem Jahr äußern.

Olaf Tschimpke, Präsident des Nabu, äußerte sich im ARD Morgenmagazin zum Bericht.

Geheime Messungen an Bord

Die Umweltschutzorganisation nimmt auch verdeckte Messungen an Bord von Kreuzfahrtschiffen vor.

Diese werden jedoch scharf kritisiert. Der Kreuzfahrverband Clia hatte in der Vergangenheit die Messmethoden als nicht wissenschaftlich kritisiert und darauf verwiesen, dass die Reeder ebenfalls das Ziel verfolgen, die Emissionen ihrer Schiffe zu reduzieren.

Seit 2015 dürfen Handels- und Kreuzfahrtschiffe sowie Fähren in Nord- und Ostsee nur noch mit einem Dieseltreibstoff unterwegs sein, der maximal 0,1 Prozent Schwefel enthält. Alternativ müssen die Abgase über eine Waschanlage an Bord (Scrubber) gereinigt werden. Die Kosten für alternative Antriebsformen mit verflüssigtem Erdgas (LNG) oder Brennstoffzellen sind hoch und die Systeme noch nicht weit in der Branche verbreitet.

Im vergangenen Jahr hatten Luftmessungen des Nabu bei einem Segeltörn von Warnemünde über Kiel und Husum nach Hamburg in Meeresgebieten abseits der Schifffahrtsrouten 800 bis 1200 Rußpartikel pro Quadratzentimeter gezeigt, unmittelbar hinter Schiffen teilweise mehr als 200.000.

Aida Cruises belegt den ersten Platz

Für 2018 wurden Besserungen erwartet. Wenn die ersten mit Flüssiggas (LNG) betriebenen Schiffe in See stechen sollen, deren Schadstoffausstoß deutlich geringer sind als von Schweröl und Marinediesel.

Die Schifffahrt muss bis zum Jahr 2050 komplett CO2-frei sein.

Die „Aida Nova“ von Aida Cruises werde das erstes Kreuzfahrtschiff weltweit sein, dass mit Flüssiggas betrieben werden kann, stellte Nabu heraus. Somit ist ein wichtiger Schritt in Richtung Reduzierung von Schadstoffen geschafft worden.

Reduzierung des Schadstoffausstoßes

„Jetzt sind auch die Wettbewerber gefragt, deutlich mehr in diesem Bereich zu investieren“, mahnt der Leiter der Verkehrspolitik vom Nabu-Bundesverband, Dietmar Oeliger. Insgesamt sind von den 76 untersuchten Kreuzfahrtschiffen immer noch zu viele Kreuzer ohne Abgastechnik oder ohne umweltfreundliche Treibstoffe als Schweröl unterwegs.

Es sei ein Skandal, dass im Jahr 2018 immer noch Schiffe auf den Markt kämen, die auf diesen Treibstoff ausgelegt seien, teilte Nabu-Bundeschef Leif Miller mit. Kreuzfahrtschiffe stoßen wie Handelsschiffe Abgase aus, darunter Stickoxide, Schwefel und Rußpartikel.

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