Hamburg Treueprogramm: Auf der Jagd nach Bonusmeilen

Auf dem Weg zu den nächsten Bonusmeilen.
Auf dem Weg zu den nächsten Bonusmeilen. © Foto: Eibner
Hamburg / DPA 11.04.2014
Millionen von Reisende sammeln heute Bonusmeilen. Einem kleinen Kreis von Vielfliegern ist ihre goldene oder silberne Vielflieger-Karte wichtig.

Wolfgang Kiécks größtes Schnäppchen war die USA-Reise. In der Business Class von Hamburg nach Kanada. "Der Flug hätte 7000 EUR gekostet, wir haben 500 bezahlt", sagt er. Zwei Jahre haben die Kiécks dafür in ihrem Stamm-Supermarkt eingekauft, um Treuepunkte zu sammeln, die sie in Meilen umwandeln können. Sie haben mit der Kreditkarte bezahlt und dafür Meilen erhalten. Sie haben den Handyvertrag gewechselt, "das gibt jedes Mal 15 000 Meilen", und das Zeitungsabo (22.000 Meilen).

Wolfgang Kiéck ist eines von mehr als 25 Mio. Mitgliedern bei Lufthansas Miles & More, dem größten Treueprogramm einer Airline in Europa. Bei United Airlines sammeln sogar mehr als 90 Mio. Menschen Flugmeilen, erklärt Ravindra Bhagwanani. Der Chef des Beratungsunternehmens Global Flight hat sich auf Vielflieger-Programme spezialisiert. Die Flugmeilen seien eines der wichtigsten Marketinginstrumente von Fluggesellschaften geworden, erklärt Bhagwanani. Mehr als 200 Vielflieger-Programme gibt es weltweit.

Bei 35.000 Statusmeilen im Jahr steigt der gewöhnliche Reisende zum Frequent Traveller auf. Das silberne Kärtchen ist der Eintritt in eine Welt der Privilegien. Mit ihr checkt man am Business-Class-Schalter ein, auch wenn man nur für 99 EUR in der Holzklasse nach Rom fliegt. Man nimmt die Fast Lane an der Sicherheitskontrolle, und man wird bevorzugt behandelt, wenn man den Flug umbuchen muss. Am wichtigsten sind den meisten Statuskunden aber zwei Dinge: Upgrades in die Business- oder First-Class und der Zutritt zu den Business Lounges.

Einigen Geschäftsreisenden ist ihr Status so wichtig, dass sie mit günstigen Tickets irgendwohin fliegen, Hauptsache weit weg, gerne mit Umwegen. Alles nur, um Meilen zu sammeln. Mileage Run nennen Experten das Phänomen.