Frankfurt / AFP  Uhr
Telekom-Chef Tim Höttges fordert Programmieren in der Schule. Schüler müssten lernen, Neues zu schaffen. <i>Mit Kommentar von Kristina Betz: Die digitale Sprache lernen.</i>

Telekom-Chef Tim Höttges fordert Programmiersprachen als Pflichtfach in der Schule. Programmiersprachen seien „mindestens genauso wichtig wie Multiplizieren, Lesen und Fremdsprachen“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Dienstag. Sie gehörten deshalb in die Lehrpläne. Die Ausbildung an Schulen und Universitäten passe nicht zur neuen digitalen Welt. Schüler müssten lernen, Neues zu schaffen. „Einfallsreichtum statt Auswendiglernen ist gefragt.“Nach Einschätzung des Telekom-Chefs wird die Digitalisierung in Zukunft viele hochqualifizierte Arbeitsplätze bedrohen. Nun gehe es „den Anzugträgern an den Kragen“, sagte Tim Höttges. „Wir sind in einer Phase angekommen, in der Software Denkarbeit ersetzt.“

Als wichtige Programmiersprachen gelten zum Beispiel C, Java oder PHP.

Kommentar von Kristina Betz: Die digitale Sprache lernen

Binärcodes statt Satz des Phythagoras? Das könnte bald Realität an deutschen Schulen werden. Die Forderung des Telekom-Chefs ist längst überfällig: Programmieren zu können, wird die Chancen auf dem Arbeitsmarkt künftig für viele Berufe ebenso steigern, wie eine Fremdsprache zu sprechen.

Was hierzulande noch als Utopie gilt, ist an britischen Schulen längst Alltag: Dort lernen Kinder schon in der Grundschule, wie man mit Quellcodes umgeht. Ein Konzept, fernab traditioneller Lehrpläne, das in Deutschland fehlt. Denn Verständnis für komplexe Systeme, für vollautomatische Anlagen und digitale Produkte wird künftig Voraussetzung für viele Berufe sein. Wer versteht wie ein Computer arbeitet, ein Roboter denkt und eine Software funktioniert ist in einer digitalisierten Arbeitswelt klar im Vorteil.

Umso früher Kinder und Jugendliche an Programmiersprachen herangeführt werden, umso mehr wird sich eine digitale und technische Intuition entwickeln. Eine Intuition, die gepaart mit Wissen der Antriebsmotor einer Arbeitswelt 4.0 sein wird und auch der deutschen Wirtschaft nur zuträglich sein kann. Die Schüler von heute, sind die Programmierer der Zukunft. Und von denen, werden bei der rasend schnellen Digitalisierung unserer Welt künftig viele gebraucht.