Der Softwarenabieter Teamviewer ist für den Finanzinvestor Permira ein rundes Geschäft. Etwas mehr als ein Jahr nach dem Börsengang wurde jetzt zum dritten Mal über einen Aktienverkauf Kasse gemacht, worauf der Kurs zeitweise um bis zu acht Prozent einbrach, wie das in solchen Situationen am Markt aufgrund von Angebot und Nachfrage üblich ist, bevor sich der Wert oftmals zu erholen pflegt. Mitunter bieten sich in solchen Momenten auch Kaufgelegenheiten. Sollte Permira irgendwann noch weitere Aktien abstoßen wollen, könnten für Kleinanleger aber auch bei guten geschäftlichen Perspektiven erneut kurzfristige Rückschläge wie aktuell drohen.
Nach zwei Platzierungen im März und Mai verkaufte Permira in der Nacht von Montag auf Dienstag weitere Anteile und nahm damit fast eine Milliarde Euro ein. Damit summieren sich die Erlöse aus Aktienverkäufen durch den Börsengang und danach auf etwas mehr als 4,8 Milliarden Euro.
Teamviewer-Hauptquartier Teamviewer fährt zweigleisig

Göppingen

Permira bleibt weiterhin an Teamviewer beteiligt

Zudem ist das 28-prozentige Aktienpaket, das Permira noch hält, derzeit rund 2,5 Milliarden Euro wert und übersteigt eine Beteiligung von 25 Prozent. Die Göppinger haben eine Marktkapitalisierung von über 8 Milliarden Euro. Permira hatte Teamviewer erst 2014 für rund 870 Millionen Euro gekauft und dann im Herbst 2019 an die Börse gebracht. Der Wert hat sich seitdem fast verdoppelt.
Beim größten deutschen Tech-Börsengang seit dem Platzen der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende konnte der Investor 2,2 Milliarden Euro erlösen. Zudem nutzte der Finanzinvestor den Kursanstieg der Aktie in diesem Jahr inzwischen zu drei Anteilsplatzierungen am Markt. Auf diese Weise zieht sich Permira nach und nach zurück und übergibt seine Aktien gewinnbringend in Streubesitz. Ob Permira seine Anteile noch weiter reduzieren will oder dauerhaft eine strategische Beteiligung halten will, war bislang nicht bekannt.
Das Unternehmen Teamviewer ist einer der Gewinner der Corona-Krise. Die Göppinger profitieren von einer hohen Nachfrage nach Fernwartungs- und Homeoffice-Software.