Nach dem Abbau von Stellen in der Produktion will Europas größter Zuckerhersteller, die Südzucker AG, auch in der Verwaltung Personal reduzieren. Nach der Demontage von fünf Zuckerfabriken mit 700 Mitarbeitern stehe die Verwaltung auf dem Prüfstand, teilte der Konzern am Donnerstag in Mannheim bei seiner ersten Online-Bilanz-Pressekonferenz mit. Durch den Kapazitätsabbau im Umfang von 700.000 Tonnen Zuckerrüben spart das Unternehmen, das sich auf den europäischen Markt fokussiert, 100 Millionen Euro pro Jahr ein. Was für die Mitarbeiter hart gewesen sei, habe das Unternehmen wettbewerbsfähiger gemacht, betonte der neue Vorstandschef Niels Pörksen.

Stellenabbau soll „sozialverträglich“ vorgenommen werden

Die zweite Sparrunde soll jährlich 30 Millionen Euro einsparen. In der Mannheimer Zentrale arbeiten 500 Menschen, hinzu kommen 300 Verwaltungsangestellte in den verbliebenen 23 Zuckerfabriken sowie weitere Stellen bei den ausländischen Töchtern. Auch bei Logistik, Vertrieb und zentralem Einkauf soll weniger ausgegeben werden. Der Abbau werde sozialverträglich vorgenommen, teilte Pörksen mit, ohne ihn zu beziffern. Der Konzern sind 19.200 derzeit im Konzern tätig.
Im vergangenen Geschäftsjahr erlöste der Mannheimer Konzern wie im Vorjahr 6,7 Milliarden Euro bei einem operativen Ergebnis von 116 (Vorjahr: 27) Millionen Euro. Für das seit März laufende Geschäftsjahr 2020/21 prognostiziert der Konzern Erlöse von bis zu 7,2 Milliarden Euro und ein Ergebnis von 300 bis 400 Millionen Euro.

Karlsruhe