Stuttgart Südwest-Maschinenbau geht mit Rückenwind ins neue Jahr

Geschäftsführer der VDMA in Baden-Württemberg, Dietrich Birk. Foto: Bernd Weissbrod/Archiv
Geschäftsführer der VDMA in Baden-Württemberg, Dietrich Birk. Foto: Bernd Weissbrod/Archiv © Foto: Bernd Weissbrod
Stuttgart / DPA 31.12.2017

Trotz einiger Unsicherheiten im In- und Ausland geht die Maschinenbaubranche im Südwesten positiv gestimmt ins neue Jahr. „Wir starten in das Jahr 2018 mit viel Rückenwind. Die Konjunktur läuft gut“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes VDMA, Dietrich Birk, der Deutschen Presse-Agentur. Im zu Ende gehenden Jahr werde in Baden-Württemberg aller Voraussicht nach erstmals die Marke von 80 Milliarden Euro Umsatz geknackt, und die Auftragsbücher der Unternehmen seien bis weit hinein ins Jahr 2018 gut gefüllt.

„Gleichwohl gibt es ein paar Herausforderungen, die wir auch zu spüren bekommen“, sagte Birk. „Das sind beispielsweise der sich verschärfende Fachkräftemangel und die zunehmend steigenden Preise auf den Rohstoff- und Beschaffungsmärkten.“ Ob und wie sich das im kommenden Jahr fortsetzen werde, sei aber noch schwierig zu prognostizieren.

Eine der wichtigsten Fragen auf europäischer Ebene werde sein, was nun mit der zweiten Stufe der Verhandlungen über den Brexit, den EU-Austritt Großbritanniens, passiere. „Der britische Markt ist für uns nach wie vor ein wichtiger Markt. Aber man spürt schon, dass die Unternehmen zunehmend verunsichert sind, weil sie einfach nicht wissen, welchen Status die Briten zukünftig einnehmen werden“, sagte Birk. „Wir müssen derzeit davon ausgehen, dass das Geschäft mit Großbritannien schwieriger wird.“

Aus dem Inland wünsche sich die Branche stärkere Wachstumsimpulse, gegenüber dem Ausland hinke es immer noch hinterher. „Aber wir sind optimistisch, dass verstärkt Investitionen in die Digitalisierung und gezielte Kapazitätserweiterungen vorgenommen werden.“

Die Forderungen der IG Metall in der aktuellen Tarifrunde bezeichnete Birk als „große Herausforderung“ für die Branche, die Verhandlungen würden mit großer Anspannung verfolgt. „Die sechs Prozent Lohnforderung sind für den Maschinenbau eine ganz harte Nuss“, sagte er. Lohnsteigerungen könnten im internationalen Wettbewerb nicht ohne weiteres in Form von höheren Preisen weitergegeben werden - das sei für Teile der Branche schon in früheren Lohnrunden schwer gewesen.

Auch die von der Gewerkschaft geforderte Möglichkeit zur Verkürzung der Arbeitszeit inklusive Teillohnausgleich lehnte Birk ab. „In einer Situation, in der wir Vollbeschäftigung haben, nochmals Arbeitskraft vom Markt zu nehmen, ist für die Unternehmen extrem belastend und für die Wirtschaft nicht tragbar“, sagte er. So werde die laufende Tarifrunde wohl auch darüber entscheiden, wie es die Unternehmen künftig mit der Tarifbindung halten. „Unternehmen, die bislang dem Flächentarif unterliegen, werden ihre Position im Hinblick auf die künftige Tarifbindung überdenken“, sagte Birk.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel