Gütersloh Studie: Hilfe für chronisch Kranke lohnt sich

DPA 10.07.2012

Die deutsche Volkswirtschaft könnte in diesem Jahr 20 Mrd. EUR zusätzlich erwirtschaften, wenn chronisch kranke Arbeitnehmer bei der Behandlung besser unterstützt würden. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann Stiftung und der internationalen Strategieberatung Booz & Company. Um den Erfolg von Therapien und deren Wirksamkeit zu verbessern, müsse bei den Lebensumständen und am Verhalten der Betroffenen angesetzt werden. Gemeint sind damit Medikamenteneinnahme, Diäten, aber auch Arbeitsabläufe und Pausengestaltung.

Ohne eine solche Unterstützung verursachen weit verbreitete chronische Krankheiten erhebliche Produktivitätsausfälle. Allein bei Depressionen und Rückenschmerzen liegen die Produktivitätseinbußen aufgrund wiederholter Fehlzeiten oder Arbeitsunfähigkeit bei bis zu 26 Mrd. EUR im Jahr.

In der Studie wird die Einbeziehung des Gesetzgebers angeregt. Mit einer konzertierten Aktion von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft könnten die Genesungschancen chronisch Kranker verbessert werden. Zentrale Forderung ist es, sowohl die Arbeitgeber als auch die Sozialversicherung in therapiebegleitende Maßnahmen einzubinden. Hier seien Patienteninformation oder Coaching-Programme, aber auch der Austausch mit anderen Betroffenen über spezielle Netzwerke von großer Bedeutung.