Gutachten Studie warnt vor Trump und dem Brexit

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.
Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. © Foto: dpa
Axel Habermehl 05.10.2017

Protektionismus, Brexit, E-Auto: Baden-Württembergs Landesregierung warnt vor möglicherweise harten wirtschaftlichen Folgen der internationalen Politik und vor Umbrüchen im Bereich Mobilität. Laut einem Gutachten mehrerer Forschungsinstitute im Auftrag von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) könnten etwa neue Zölle der USA oder ein „harter Brexit“ schwere Einschnitte für die Exporte und damit Wertschöpfung sowie Einkommen in Südwestdeutschland bewirken. Falls sich der Elektroantrieb bei Autos durchsetze, gefährde das hiesige Industrien.

Die Studie, die unter anderem vom „Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung“ und dem „Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung“ vorgelegt wurde, beschreibt die Südwest-Wirtschaft als stark industrie- und exportabhängig. Dies führe aktuell zu hoher Wettbewerbsfähigkeit, berge aber Risiken.

Die Forscher haben einige aus ihrer Sicht plausible Szenarien durchgerechnet. Falls etwa die USA eine Importabgabe von 35 Prozent verhängten und „nicht-tarifäre Maßnahmen“, träfe das Baden-Württemberg empfindlich: Exporte hiesiger Firmen sänken dann jedes Jahr um 5 Prozent, die Realeinkommen in der Folge um 0,8 Prozent.

Auch ein „harter Brexit“, ein Austritt Großbritanniens aus der EU, dem Binnenmarkt und der Zollunion, schädige die Südwest-Wirtschaft. Die Experten erwarten für diesen Fall ein Export-Minus von einem Prozent sowie einem Sinken des Realeinkommens um 0,3 Prozent im Jahr.

Baden-württembergische Autobauer sowie zugehörige Zulieferfirmen und der Maschinenbau müssten sich zudem gegen Umbrüche wappnen. Neue Technologien wie der Elektroantrieb beim Auto könnten sich negativ auf Produkte und damit auf zehntausende hiesige Arbeitsplätze auswirken. Hoffmeister-Kraut kündigte an, die Studie intensiv auszuwerten und zu prüfen. „Das wird eine wichtige Grundlage meiner Arbeit.“