Mainz/Berlin Stromsperren für fast 800 000 Haushalte

Mainz/Berlin / DPA 13.07.2012

Fast 800 000 Haushalten in Deutschland könnte 2011 wegen Zahlungsproblemen zeitweise der Strom abgeklemmt worden sein - das hat eine Hochrechnung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ergeben. Alleine an Rhein und Mosel seien 36 874 Haushalte im vergangenen Jahr betroffen gewesen, berichteten die Verbraucherschützer gestern in Mainz.

Sie rechneten eine Stichprobe unter rund 367 000 Stromkunden und 22 Energieversorgern - dabei ergaben sich fast 7200 Sperren - auf die Haushalte im Land und auf die in ganz Deutschland hoch. Dies Zahlen decken sich mit anderen Hochrechnungen.

Eine offene Stromrechnung kann schnell Ärger bedeuten: Schon ab einem Rückstand von 100 EUR dürfen Unternehmen säumigen Kunden den Strom abstellen. Darauf weist Horst-Ulrich Frank von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern hin. Eine Bedingung gibt es aber: "Der Versorger muss die Stromsperre vier Wochen vorher schriftlich ankündigen." Außerdem müsse das Unternehmen den Kunden drei Tage vor dem Termin nochmals schriftlich informieren.

Kunden sollten sich bereits bei der ersten Mahnung mit ihrem Versorger in Verbindung setzen, empfiehlt Frank. "Denn oft wird in dieser Mahnung auch schon die Stromsperre angedroht." Wer sich mit dem Versorger auf eine Ratenzahlung einigt oder glaubhaft macht, dass er die Rechnung innerhalb kurzer Zeit begleichen kann, könne eine Sperre in der Regel abwenden.

Dieses Vorgehen lohne sich auch finanziell, betont Verbraucherschützer Frank: "Für die Sperre und die anschließende Entsperrung verlangen die Unternehmen mitunter hohe Gebühren."

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