Energiewende Stromnetz massiv unter Druck

dpa 01.12.2016

Das deutsche Stromnetz ist durch die Energiewende massiv unter Druck geraten. Weil der Leitungsbau mit dem Ausbautempo der Erneuerbaren Energie nicht mithalten kann, müssen immer wieder Kraftwerke abgeschaltet und Reserveanlagen hochgefahren werden. Um Schwankungen im Netz auszugleichen, mussten Netzmanager im vergangenen Jahr fast täglich in den Netzfluss eingreifen, heißt es im aktuellen Monitoringbericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt. Häufig wurden auch Erneuerbare Kraftwerke – meist Windkraftanlagen – gegen Kostenerstattung gedrosselt oder ganz in den Wind gedreht.

Dabei geht es nicht um Mini-Korrekturen, sondern um erhebliche Eingriffe in den Stromfluss. Die Dauer der so genannten Redispatchmaßnahmen verdoppelte sich 2015 annähernd auf knapp 16 000 Stunden. Die betroffenen Strommengen hätten sich in etwa verdreifacht, heißt es in dem Bericht. Die Kosten für die Netz- und Systemsicherheit stiegen laut Bericht 2015 auf 1,13 Mrd. €. Im Vorjahr waren es noch 436 Mio. €. Zahlen müssen das die Verbraucher über den Strompreis. Eine Blackout-Gefahr sieht der Branchenverband BDEW aber nicht: „Das System ist weiterhin robust, selbst wenn ein harter Winter kommen sollte.“

Eine wirkliche Lösung bringt nur ein erheblicher Stromnetzausbau vor allem in Nord-Süd-Richtung – doch dabei gibt es nur sehr langsame Fortschritte. dpa