Fluggäste der Lufthansa müssen am Donnerstag und Freitag (7. und 8. November 2019) mit streikbedingten Flugausfüllen rechnen. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat zu einem 48-stündigen Streik bei der Fluggesellschaft aufgerufen.

Das müssen Passagiere jetzt wissen

Erster Ansprechpartner für Flugreisende ist immer die Fluggesellschaft, bei Pauschalreisen ist es der Reiseveranstalter. Auch der jeweilige Flughafen bietet auf seiner Internetseite ausführliche Informationen über die aktuellen Abflug- und Ankunftszeiten. Bei Informationen aus dem Internet ist es sinnvoll, sich diese auszudrucken, um später einen Beleg zu haben.

Stornieren oder umbuchen

Einen streikbedingt gestrichenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Das kann aber dauern, bis der Streik vorbei ist - und auch länger, da ein Rückstau entstehen kann. Ist ein Ersatzflug erst am kommenden Tag oder später möglich, muss die Airline Übernachtungen und Transfers zum Hotel bereitstellen. Bei einer Pauschalreise muss der Reiseveranstalter für eine Ersatzbeförderung sorgen.

Entschädigung bei Verspätung

Bei Flügen bis zu 1500 Kilometern haben Fluggäste ab zwei Stunden Verspätung Anspruch auf Betreuungsleistungen - also Telefonate, Getränke, Mahlzeiten und gegebenenfalls eine Übernachtung im Hotel. Bei einer Strecke von 1500 bis 3500 Kilometern gibt es Unterstützung nach drei Stunden, ab 3500 Kilometern nach vier Stunden.

Immer pünktlich am Flughafen sein

Auch bei einer großen absehbaren Verspätung sollten Passagiere immer zur ursprünglichen Abflugzeit am Flughafen sein. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Fluggesellschaft doch früher einen Ersatzflug anbieten kann - und Reisende ihn dann verpassen.

Entschädigung bei Streik

Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro - aber nur, wenn kein „außergewöhnlicher“ Umstand daran schuld ist. Die Fluggesellschaften werten Streiks aber ebenso wie miserables Wetter als außergewöhnlichen Umstand. Entschädigungen gibt es daher nicht. Verbraucherschützer haben an dieser Sichtweise allerdings rechtliche Zweifel.

Der Bundesgerichtshof (BGH) befand 2012, dass der Pilotenstreik bei der Lufthansa ein außergewöhnlicher Umstand war, erklärt die Stiftung Warentest. Die Folge: Die von Verspätungen und Annullierungen betroffenen Passagiere bekamen keine Entschädigung (Az.: X ZR 138/11; X ZR 146/11). Bei einem wilden Streit wiederum kann sich eine Fluggesellschaft nicht ohne weiteres auf außergewöhnliche Umstände berufen.

Wichtig zu beachten: War ein annullierter Flug Bestandteil einer Pauschalreise, haben die Urlauber nach dem Reisevertragsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) Anspruch auf Reisepreisminderung gegenüber dem Reiseveranstalter. Die Höhe der Rückzahlung ist vom Reisepreis abhängig.