Kommentar Helmut Schneider zu den steigenden Ölpreisen Spiel mit dem Feuer

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Helmut Schneider 16.08.2018

Was ist nicht schon alles vorausgesagt worden über den Stoff, der die Weltwirtschaft schmiert wie kaum ein zweiter: Das Öl werde bald zur Neige gehen, hieß es schon vor Jahrzehnten. Inzwischen sind alternative Energien massiv ausgebaut worden. Doch noch immer hängt die Weltwirtschaft am Tropf des Öls. Und das wird noch Jahrzehnte so bleiben.

So lange wird der Ölpreis auch zu den wichtigsten Stellschrauben der globalen Konjunktur gehören  – und zu den stärksten politischen Machtinstrumenten. US-Präsident Donald Trump will das schwarze Gold aus dem Iran boykottieren und fordert die Handelspartner auf, ihm zu folgen. Abgesehen davon, dass die Brachialmethode auch dazu dienen soll, seine eigene Ölproduktion über einen höheren Preis abzusichern –  Trumps Spiel mit dem Öl ist ein Spiel mit dem Feuer.

Auch bei den Prognosen über den Ölpreis lagen die meisten Experten vor  einigen Jahren ziemlich daneben, als sie eine Rückkehr zur 100-Dollar-Marke für undenkbar hielten. Die boomende Weltkonjunktur hat die Preisspirale wieder nach oben getrieben. Sollte sie dauerhaft auf noch höherem Niveau verharren, könnte dies den schönen wirtschaftlichen Aufschwung wieder abwürgen.

Steigende Benzinpreise aber als zwangsläufige Folge sind nirgends gerne gesehen – vor allem nicht in den USA.

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