Kommentar Thomas Block zum Ausbau der Stromtrassen Schwerste Fehlleistung

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Berlin / Thomas Block 07.08.2018

Der Netzausbau ist in seiner Bedeutung für die Energiewende gar nicht zu überschätzen. Es können noch so viele Windkraftanlagen im Norden gebaut werden – wenn es keine Leitungen gibt, die den Strom in den windarmen Süden transportieren, ist damit nichts gewonnen. Scheitert der Netzausbau, scheitert die Energiewende.

Dieses Problem ist hinreichend bekannt. Und trotzdem feiern wir auch sieben Jahre nach dem Beginn der Energiewende eine schlechte Nachricht als Positivmeldung: „Nur“ 3600 Gigawattstunden hat allein der für die Nord-Süd-Achse zuständige Netzbetreiber Tennet in diesem Jahr ausgleichen müssen. Mal fehlte die Energie in den Netzen, mal war sie zu viel. Entweder musste zusätzlicher Strom in Reservekraftwerken produziert werden oder man ließ die bereits gewonnene Energie aus den Windparks einfach verpuffen. Teuer ist beides. Zur Einordnung: Mit 3600 Gigawattstunden lassen sich 900 000 Vier-Personen-Haushalte ein Jahr lang versorgen.

Dass es bis heute nicht gelungen ist, diese elementare Infrastruktur  aufzubauen, ist die schwerwiegendste Fehlleistung der vergangenen Wirtschafts- und Energieminister. Peter Altmaier (CDU) möchte den Ausbau mit einem Aktionsplan nun beschleunigen. Ein lobenswerter Vorsatz. Doch dass er die Wende bringt, darf bezweifelt werden.

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