Kommentar Google: Schuss vor den Bug

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Brüssel / Helmut Schneider 19.07.2018

Mit den Internetgiganten wie Google, Apple, Facebook oder Amazon – von Experten bereits mit GAFA abgekürzt – hat nicht nur eine völlig neue Technik Einzug gehalten. Die sogenannte Plattform-Ökonomie funktioniert durch ihre besondere Vernetzung auch anders als die Märkte der konventionellen Wirtschaft.

Wie immer, wenn sich neue Technologien Bahn brechen, droht die Gefahr, dass sich der Starke nicht nur durchaus wünschenswert durchsetzt, sondern auch noch die Konkurrenz ausschaltet. Monopole und Marktmissbrauch zu verhindern, ist jedoch eine zentrale Säule jeder marktwirschaftlichen Ordnung.

Die EU hat es sich bei der Überprüfung von Google nicht einfach gemacht. Jetzt aber wird der Gigant mit einem zweiten dicken Milliarden-Bußgeld bestraft. Die Faktenlage erscheint eindeutig: Googles Marktanteil kommt dem eines Monopolisten nahe. Vor allem aber zwingt Google die Hersteller von Android-Geräten dazu, den Google-Browser Chrome vorzuinstallieren und dessen Suchmaschine als Standard festzulegen.

Die Milliarden-Bußen, die der Konzern aus der Portokasse bezahlt, sind nur ein Schuss vor den Bug. Doch Europa hat mit dem Verbot des Google-Geschäftsmodells noch einen starken Pfeil im Köcher. Die Plattform-Giganten werden endlich vom guten alten Wettbewerbsrecht eingeholt.

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