Frankfurt/Rüsselsheim Schon wieder Chefwechsel bei Opel

Karl-Friedrich Stracke tritt von seinem Posten als Chef von Opel zurück.
Karl-Friedrich Stracke tritt von seinem Posten als Chef von Opel zurück.
Frankfurt/Rüsselsheim / ROLF OBERTREIS 13.07.2012
Der traditionsreiche Autobauer Opel kommt nicht aus den Schlagzeilen heraus. Er steht erneut vor einem Wechsel an der Spitze des Managements.

Völlig überraschend ist Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gestern nach nur 15 Monaten von seinem Amt zurückgetreten. Eine Begründung für seinen Schritt nannte der 55jährige Ingenieur gestern nicht. Er hatte sich in den vergangenen Wochen massiv für eine Neuaufstellung und die Sanierung des Unternehmens eingesetzt. Erst am Dienstag hatte dies Stracke in einem Interview noch einmal bekräftigt.

Beobachter sind überzeugt, dass ihn die Opel-Mutter General Motors zum Rücktritt gedrängt hat, um jetzt einen harten Sanierungskurs beim seit Jahren verlustreichen Traditionsunternehmen einzuleiten. Jetzt drohten massiver Stellenabbau und Werksschließungen. "Der Niedergang der Marke und des Unternehmens wird beschleunigt", glaubt Ferdinand Dudenhöffer, Autoexperte der Uni Duisburg-Essen.

Kommissarischer Nachfolger von Stracke wird Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky. Die Suche nach einem neuen Opel-Chef habe bereits begonnen, teilte Opel mit.

Stracke selbst soll bei GM bleiben und für Vorstandschef Dan Akerson Sonderaufgaben übernehmen. Akerson lobte Stracke für dessen unermüdlichen Einsatz zur Stabilisierung der Lage bei Opel. "Wir sind dankbar, auf seinem Erfolg aufbauen zu können." Zurückhaltender äußerte sich Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug. Man respektiere die Entscheidung Strackes und bedanke sich für seine Arbeit und sein Engagement.

Tatsächlich aber waren das Opel-Management, Mitarbeiter wie auch der Betriebsrat gestern von Strackes Rückzug völlig überrascht. "Hätten sie mich heute morgen danach gefragt, hätte ich gesagt: Wie kommen Sie darauf?", sagte ein Manager. Auch Experte Dudenhöffer war perplex. Für ihn steht fest, dass Stracke auf Druck von GM gehen muss.

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