Meinung Kommentar zu Ikeas geändertem Rückgaberecht

Simone Dürmuth.
Simone Dürmuth. © Foto: Marc Hörger
Ulm / Simone Dürmuth 19.07.2018
Ikea wollte seine Kunden mit einem großzügigen Rückgaberecht glücklich machen. Die haben das ausgenutzt. Jetzt zieht der Konzern Konsequenzen. Zu Recht.

Wir wollen, dass du glücklich bist.“ Unter diesem Motto stand das lebenslange Rückgaberecht, das Ikea 2014 eingeführt hat. Doch damit wurde vor allem Ikea ziemlich unglücklich: Bereits zwei Jahre später kam die Rolle rückwärts – angeblich, weil die Kunden keinen Bedarf hätten. Inzwischen ist klar: Einige hatten sogar großen Bedarf und wollten Schrottmöbel zurückgeben, die jahrelang im Keller lagen.

Und auch das 2016 eingeführte einjährige Rückgaberecht wurde von einigen ausgenutzt. Ähnlich wie ein teures Ballkleid, das manche einmal tragen und dann zurückschicken, gab es Kunden, die regelmäßig jedes Jahr ihre gebrauchten Möbel zurückbrachten und so ihre Wohnung neu einrichteten. Bezahlt wird das nicht zuletzt von den anderen Kunden.

Es ist darum nur fair, wenn das Möbelhaus die Regeln jetzt weiter verschärft – zumal sie immer noch deutlich über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen. Das senkt natürlich die Kosten für Ikea. Für die Verbraucher sollte das kein Problem sein: Man kann ihnen nämlich sehr wohl zumuten, sich die Anschaffung eines Schranks gründlich zu überlegen. Und wenn er doch nicht in die vorgesehene Nische passt, lässt sich dieser ja zurückgeben. Aber eine Couchgarnitur ein Jahr zu bewohnen, um dann beim Umtausch die nächste zu holen,  ist schlicht unnötig.

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