Themen in diesem Artikel

Anton Schlecker
Stuttgart / Simone Dürmuth  Uhr
Zwei Jahre Haft auf Bewährung - hat Anton Schlecker Glück gehabt? Nein. Denn der Richter attestiert ihm völliges Versagen als Unternehmer – und als Vater.

Man möchte fast sagen, Anton Schlecker habe Glück gehabt. Er ist mit einer Bewährungsstrafe noch einmal knapp dem Gefängnis entronnen. Die Strategie seiner Verteidiger ist aufgegangen. Doch das Urteil dürfte der Tiefpunkt seines Lebens sein. Denn das Gericht bescheinigt Anton Schlecker damit völliges Versagen als Unternehmer. Er hätte nach Ansicht des Gerichts wissen müssen, dass die Zahlungsunfähigkeit droht und glaubte trotzdem nicht daran. Borniert und beratungsresistent schlug er alle Warnungen in den Wind – das wurde im Lauf des Prozesses mehr als einmal deutlich.

Der schwäbische Unternehmer glaubte mit aller Macht an seine Unfehlbarkeit. Der jahrelange Erfolg schien ihm Recht zu geben: Aus einem Metzgerladen in Ehingen machte er die größte Drogeriemarktkette Europas. In seinen Augen hat er darum auch kein Geld verschoben: Es sollte ja immer so weiter gehen.

Aber Borniertheit schützt vor Strafe nicht, und so verurteilte ihn das Gericht zu zwei Jahren Haft, weil er Geld beiseite geschafft hatte. Diese Strafe wird gleichwohl auf Bewährung ausgesetzt. Doch die Höchststrafe erhält der 73-Jährige über Bande: Nicht nur hat er sein Lebenswerk in den Sand gesetzt – seine beiden Kinder wurden zu jeweils fast drei Jahren Gefängnis verurteilt und müssen die Haft voraussichtlich auch antreten. Höchststrafe für einen Vater.