Ulm / Simone Dürmuth  Uhr

Lars und Meike Schlecker wollen sich nicht mit dem Urteil und den gegen sie verhängten Freiheitsstrafen abfinden. Ihre Anwälte hätten Revision eingelegt, sagt ein Sprecher des Landgerichts Stuttgart.

Die Kinder des Ex-Drogeriemarktkönigs waren am Montag zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Lars Schlecker sollte für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis, seine Schwester Meike für zwei Jahre und acht Monate. Vorgeworfen wird ihnen unter anderem Insolvenzverschleppung, Untreue und Beihilfe zum Bankrott. Ihr Vater Anton Schlecker wurde zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt. Sein Anwalt Norbert Scharf wollte sich noch nicht festlegen, ob auch er Revision einlegen wird. Man prüfe das Urteil noch, so Scharf im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE, „wir werden noch ein bisschen brauchen“. Auch die Staatsanwaltschaft hat noch nicht entschieden, ob sie Revision einlegt. Sie hat dazu eine Woche Zeit. Die Revision geht zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe.  Der prüft, ob es im Verfahren Rechtsfehler gab. Eine erneute Beweisaufnahme findet nicht statt.

Die Schlecker-Kinder sollen sich unrechtmäßig Gewinne der Schlecker-Tochter LDG ausgezahlt haben – nur Tage, bevor der Konzern in Insolvenz ging. So war die von ihnen verursachte Schadenssumme größer als die ihres Vaters. Deshalb fiel das Urteil gegen Anton Schlecker milder aus.