Brackenheim/Heilbronn / DPA Schiffsfonds taugen einem Urteil zufolge nicht zur Altersvorsorge - für die entsprechende Empfehlung einer Beteiligung haftet eine Bank wegen nicht anlegergerechter Beratung.

Die Volksbank Brackenheim-Güglingen nahe Heilbronn soll rund eine halbe Mio. EUR plus entgangener Zinsen zahlen und prüft laut Vorstand Jochen Hermann, ob sie in Berufung geht. "Solange werden wir uns nicht zu Einzelheiten äußern", sagte Hermann. Auch ein Sprecher des Landgerichts nannte keine Details (Az. 6 O 299/13).

Die Stuttgarter Kanzlei Hahn Rechtsanwälte hatte einen Kläger vertreten, der auf Anraten der Bank im Jahr 2007 mehrere geschlossene Fonds gezeichnet habe. Solche Fonds sind unternehmerische Beteiligungen etwa für Schiffe, Immobilien, Infrastruktur oder auch Flugzeuge, bei denen Anleger ihre Einlagen - anders als bei frei handelbaren offenen Investmentfonds - in der Regel erst nach Ablauf einer jahrelangen Laufzeit wiedersehen. Insgesamt habe der Mandant 450 000 EUR investiert und mit den Ersparnissen seinen Lebensunterhalt bestreiten wollen, teilte die Kanzlei mit. Zu dem vorgegebenen Anlageziel hätten die Fonds aber nicht empfohlen werden dürfen. Hermann erklärte, für den Erfolg von Schiffsfonds seien die Charterraten wichtig. Diese hätten seinerzeit deutlich höher gelegen und seien infolge der Finanzkrise gesunken.