Mannheim SAP fordert mit Milliardenkauf Oracle heraus

DPA 24.05.2012

Im Dauerkampf gegen den Erzrivalen Oracle hat der Walldorfer Softwareriese SAP einen neuen Angriff in der Internet-Datenwolke gestartet. Pünktlich zur gestrigen Aktionärsversammlung in Mannheim schlugen der Dax-Konzern im Stammland von Oracle-Chef Larry Ellison zu und leiteten den Kauf des US-Cloud-Spezialisten Ariba für rund 4,3 Mrd. Dollar (3,3 Mrd. EUR) ein. Damit gewinnt der Wettlauf zwischen den zwei Konkurrenten bei Übernahmen von Diensten aus dem Netz weiter an Fahrt. Die SAP-Führungsspitze dementierte aber vor den Aktionären eine Schlacht um Zukäufe.

Ariba bietet Firmen Handelsnetzwerke an - etwa Online-Plattformen für Ein- und Verkauf. Sie erlauben neben Automatisierungsfunktionen auch die Zusammenarbeit bei Projekten wie eine Art soziales Netzwerk. "Es gibt weltweit kein besseres Unternehmen, das mehr Synergien mit SAP hat, als Ariba", sagte SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe.

SAP will nun das Geschäft kräftig ausbauen: Derzeit gibt es 700 000 Käufer und Verkäufer auf der Handelsplattform, bereits kommendes Jahr könne die Millionen-Marke erreicht werden, sagte McDermott. Derzeit fließen über das Handelsnetz 319 Mrd. Dollar. Der mögliche Markt liege aber in den Billionen.

Ariba ist für SAP die zweite Milliarden-Übernahme binnen weniger Monate. Erst kürzlich stemmte der Konzern den 3,4 Mrd. EUR teuren Kauf des US-amerikanischen Anbieters Successfactors, eines Spezialisten für Personaldienstleistungen aus der Cloud. Auch Oracle schlug in den vergangenen Monaten mit zwei großen Cloud-Übernahmen zu.

Zudem belohnt SAP nach dem erfolgreichsten Geschäftsjahr der Firmengeschichte die Aktionäre mit einer Rekorddividende. Laut Beschluss der Hauptversammlung werden 1,10 EUR pro Aktien ausgeschüttet. 35 Cent davon sind eine Sonderdividende zum 40. Geburtstag des Unternehmens. Im Vorjahr betrug die Dividende 0,60 EUR.