Rüsselsheim/Bochum Rückzug von Opel-Chef schürt Angst

Rüsselsheim/Bochum / DPA 14.07.2012

Der unerwartete Abgang von Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke schürt beim angeschlagenen Autobauer Opel wieder Ängste vor einem Kahlschlag. Bochum galt schon vor dem unerwarteten Rückzug Strackes als einer der ersten Streichkandidaten bei dem defizitären Autobauer, der an teuren Überkapazitäten leidet.

Insider sind überzeugt, dass die US-Mutter General Motors einen Nachfolger inthronisieren wird, der härter durchgreift. Als heißester Kandidat für den Chefposten gilt Strategievorstand Thomas Sedran.

Stracke war zuletzt von seinen ursprünglichen Plänen abgewichen, den Standort Bochum 2015 dichtzumachen. Im Gegenzug für einen Lohnverzicht der Arbeitnehmer wollte er dem Werk zwei Jahre Gnadenfrist einräumen. Quer durch die Parteien und Bundesländer werden Zweifel laut, ob Stackes Kompromiss-Plan - der Investitionen statt Kündigungen vorsah - nun noch Gültigkeit besitzt.

Experten sehen in der Haltung der Arbeitnehmervertreter seit Jahren einen Grund für die Misere bei Opel. Wolfgang Meinig von der Bamberger Forschungsstelle Automobilwirtschaft (FAW) sagte: "Ich verzweifele an der Hartnäckigkeit der Betriebsräte, die Personalbestände zementieren wollen. Denn das kostet in letzter Konsequenz sehr viele Arbeitsplätze." Opel fährt seit Jahren Verluste ein.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel