Der Übernahmekrimi um die beiden größten deutschen Krankenhauskonzerne Rhön und Fresenius-Helios spitzt sich zu. Kurz vor Ablauf der Erklärungsfrist war noch unklar, ob Fresenius tatsächlich wie geplant 90 Prozent und eine Aktie an dem bisherigen Konkurrenten aus Franken übernehmen kann. Bis gestern hatten die Bad Homburger erst 29,4 Prozent zusammen. Allerdings ist es bei solchen Deals durchaus nicht unüblich, dass die großen Anleger bis zur letzten Minute warten. Die schlägt am Mittwoch (27.6.) um Mitternacht.

22,50 EUR hat Fresenius den Rhön-Eignern angeboten, ein Aufschlag von immerhin 52 Prozent auf den letzten Kurs vor Bekanntgabe der Pläne. Die Übernahme der Nummer zwei am deutschen Krankenhausmarkt will sich Fresenius knapp 4 Mrd. EUR kosten lassen: Zum Kaufpreis von 3,1 Mrd. EUR kommen noch rund 800 Mio. EUR Nettoschulden in den Büchern der Rhön-Klinikum AG, die in Gießen-Marburg mit erheblichem Kostenrisiko die einzige privatisierte Uni-Klinik Deutschlands betreibt.

Mit dem Deal würde Deutschlands größter Krankenhauskonzern mit knapp 130 Kliniken, mehr als 80 000 Beschäftigten und zunächst knapp 6 Mrd. EUR Umsatz entstehen. Das wären etwa 8 Prozent des gesamten Krankenhausmarkts. Hauptsitz soll die bisherige Helios-Zentrale in Berlin werden.