Düsseldorf/Basel Razzia bei Kunden von Credit Suisse

Düsseldorf/Basel / DPA 12.07.2012
Steuerfahnder haben tausende von deutschen Steuerzahlern im Visier: Sie sollen mit Hilfe der Großbank Credit Suisse Steuern hinterzogen haben.

Steuerfahnder haben nach Angaben der Zeitung "Handelsblatt" bei deutschen Kunden der Schweizer Großbank Credit Suisse bundesweit Hausdurchsuchungen vorgenommen. Grund seien Erkenntnisse über Steuerhinterziehungen, bei "denen Milliarden von Euro am deutschen Fiskus vorbeigeschleust" worden seien durch so genannte Scheinversicherungen. Dabei werden Geldanlagen statt auf normale Sparkonten in Versicherungen eingezahlt, die zwar ebenfalls Zinsen bringen, aber in einigen Ländern anders als Sparkonten steuerfrei bleiben. Die Geschäfte seien mit Hilfe der Schweizer Banker von Bermuda aus abgewickelt worden.

Bei der Credit Suisse hieß es auf Anfrage, es gebe "eine Anzahl Kunden, die belangt worden sind". Allerdings biete die Bank solche Versicherungsprodukte "schon seit einigen Jahren nicht mehr in Deutschland an", sagte Banksprecher Marc Dosch. Bei den Scheinversicherungen handelt es sich laut "Handelsblatt" um Produkte der Tochterfirma Credit Suisse Life mit Sitz auf Bermuda.

Insider hätten berichtet, die Bank habe normale Konten mit Hilfe vertragstechnischer Tricks in steuerfreie Versicherungen umgewandelt. Unternehmenssprecher Dosch sagte, es gehe um legale Bankprodukte, wie sie von vielen Geldinstituten angeboten würden. Zudem seien auch alle Kunden aus Deutschland darauf hingewiesen worden, "dass die Steuerpflicht bei ihnen selbst liegt, und das haben die Kunden unterzeichnet".

Laut "Handelsblatt" berichteten Fahnder, es gehe im Schnitt um Anlagebeträge von rund 500 000 EUR; im Einzelfall sogar 12 Mio. EUR und mehr. Insgesamt sollen rund 7000 Kunden der Credit Suisse betroffen sein, die meisten von ihnen Deutsche. In Zürcher Finanzkreisen hieß es, dies sei vermutlich zu hoch gegriffen.

Den Recherchen zufolge gelangten "verfängliche Daten über ein Leck innerhalb der Credit Suisse an die deutschen Steuerfahnder". Laut "Handelsblatt" werden die Ermittlungen über die Steuerfahndung Wuppertal koordiniert.

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