Börsenparkett Prognosen überarbeitet

Frankfurt / Rolf Obertreis 20.08.2018

Zwei Aktien haben in der vergangenen Woche Börsianer besonders beschäftigt – das Papier eines Traditionshauses und das eines jungen Unternehmens. Dem Chemie-, Agro- und Pharma-Konzern Bayer fällt die Übernahme von Monsanto schwer auf die Füße. Fast 18 Prozent hat die Bayer-Aktie zuletzt verloren, fast 16 Milliarden Euro an Börsenwert haben sich in Luft aufgelöst. Das ist ohne Beispiel für einen Dax-Wert.

In den Leitindex ist der Zahlungsdienstanbieter Wirecard noch nicht aufgerückt. Das bayrische Unternehmen ist mittlerweile mit 22 Milliarden Euro mehr wert als die Deutsche Bank und bringt doppelt so viel auf die Waage wie die Commerzbank. Die muss den Dax sehr wahrscheinlich zum ersten Mal verlassen. Auf Jahressicht ist der Kurs der Wirecard-Aktie um rund 160 Prozent gestiegen.

Zwar gibt es erste Signale für eine leichte Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Man will sich wieder zusammensetzen. „Solange geredet wird, ruht der Handelskrieg“, sagt Robert Halver von der Baader Bank. Zum von US-Präsident Trump angezettelten Handelskonflikt mit den Europäern und der Türkei gesellt sich die schwere Krise im Reich von Präsident Erdogan. Sie könnte sich auf andere Schwellenländer ausdehnen.

Das alles nagt am Vertrauen und an der Investitionsbereitschaft der Unternehmen in Europa. Die Gewinn-Erwartungen für 2018 werden mittlerweile heruntergeschraubt. Was wiederum Optimisten dazu veranlasst, die Dax-Prognosen deutlich zu revidieren.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel