Trotz der Turbulenzen an der Börse in China zweifelt der weltgrößte Pressenhersteller Schuler nicht an seiner China-Strategie. "Ich glaube China hat so ein gigantisches Wachstumspotenzial, dass das mittelfristig bis langfristig der größte Wachstumsmarkt der Zukunft bleiben wird", erklärte Firmenchef Stefan Klebert gegenüber der SÜDWEST PRESSE. Man lese jetzt sehr viel von denen, die viel Geld an der Börse verloren haben und jetzt kein Auto mehr kaufen können, keiner aber schreibe von denen, die das Geld gewonnen haben. Klebert: "Ich glaube nicht an eine wirkliche China-Krise."

Schuler hatte im Juni die Mehrheit an dem Werkzeugmaschinenbauer Yadon gekauft, der mit etwa 1100 Mitarbeiter 120 Mio. EUR umsetzt. Bisher ist Schuler in China vor allem im Autogeschäft tätig, mit dem Zukauf soll der Markt breiter erschlossen werden. Zurzeit entwickelt das Unternehmen Produkte im so genannten B-Segment, die beim Preis-Leistungs-Verhältnis etwas unter den traditionellen Schuler-Maschinen liegen.

Kritisch sieht Vorstandschef Klebert die Sanktionen der EU gegenüber Russland im Zuge des Ukraine-Konflikts. Zwar sei Russland für Schuler kein großer Markt, man leide aber trotzdem unter den Sanktionen und stelle wie andere Maschinenbauer auch fest, dass sich die Russen stark in Richtung Asien orientierten, sagte Klebert. "Man kann bestimmt darüber streiten, ob das von der Politik geschickt war, es wird aber auf jeden Fall der deutschen Wirtschaft schaden", erklärte der Firmenchef.

Schuler stellt Pressen her, mit denen Bleche geformt und Karosserieteile produziert werden können. Die Firma mit ihren 5400 Mitarbeitern will den Umsatz bis 2020 um zwei Drittel auf 2 Mrd. Euro erhöhen (2014: 1,2 Mrd. EUR).