Wegen illegaler Preisabsprachen hat die EU-Kommission gegen neun führende Hersteller von Fensterbeschlägen, darunter sieben aus Deutschland, Bußgelder von knapp 86 Mio. EUR verhängt. Laut EU-Kommission hatten die Unternehmen zwischen 1999 und 2007 die Preise abgesprochen. Das Kartell kontrolliert 80 Prozent des europäischen Marktes, dessen Volumen auf 1 Mrd. EUR geschätzt wird.

Bei den Mitgliedern handelt es sich um die deutschen Unternehmen Roto, Gretsch-Unitas, Siegenia, Winkhaus, Hautau, Fuhr und Strenger sowie um Maco (Österreich) und AGB (Italien). Bei den Beschlägen geht es um Griffe, Kipp- und Klappmechanismen, ohne die Fenster nicht funktionieren. Ohne Geldbuße kam Roto (Leinfelden-Echterdingen) davon, weil die Firma die Kommission über das Kartell informierte und von der "Kronzeugenregelung" profitierte.

Der Hersteller Gretsch-Unitas (Ditzingen) wurde trotz eines 45-Prozent-Abschlags wegen Kooperation mit 20,5 Mio. EUR Buße belegt. Die zweithöchste Buße muss Winkhaus (Telgte) mit 19,5 Mio. EUR zahlen, gefolgt von Siegenia (Wilnsdorf) mit knapp 19 Mio. EUR, Hautau (Helpsen) mit 3,2 Mio. EUR, Fuhr (Heiligenhaus) mit 2,2 Mio. EUR und Strenger (Heiligenhaus) mit 104 000 EUR. Der österreichische Produzent Maco (Salzburg) muss 18,5 Mio. EUR zahlen, die italienische AGB (Romano d"Ezzelino) ist mit 2,8 Mio. EUR dabei.