Brüssel PORTRAIT: Der Herr des Rettungsschirms

Der deutsche Finanzexperte Klaus Regling wird Chef des Rettungsschirms ESM.
Der deutsche Finanzexperte Klaus Regling wird Chef des Rettungsschirms ESM.
Brüssel / DPA/OTR 11.07.2012

Er ist einer der wichtigsten Männer im europäischen Finanzgeschehen: Klaus Regling. Der Deutsche steht seit Juli 2010 an der Spitze des provisorischen Rettungsschirms EFSF, der überschuldeten Euro-Staaten mit Notkrediten hilft. Nun wird der 61-Jährige auch Chef des neuen, permanenten Krisenfonds ESM werden, der bald starten soll. Die Abkürzung steht für Europäischer Stabilitätsmechanismus.

Dessen Leitung ist ein bedeutendes Amt, die Turbulenzen an den Märkten machen den Posten immer mächtiger. Der frühere Spitzenbeamte sucht aber nicht das Rampenlicht. Regling gilt als sachlich und strukturiert denkend. "Wundermittel gibt es nicht", lautet sein Credo. In Brüssel schätzen Diplomaten Regling als jemanden, der Schwierigkeiten aus dem Weg räumt.

Der Verfechter einer nachhaltigen Finanzpolitik stammt aus Lübeck und ist ein ausgewiesener Wirtschafts- und Finanzfachmann. 35 Jahre lang hat der Volkswirt Berufserfahrung im öffentlichen und privaten Sektor gesammelt. So arbeitete Regling beim Internationalen Währungsfonds, der am Euro-Krisenmanagement maßgeblich beteiligt ist, und beim Bundesfinanzministerium. In Brüssel war Regling Generaldirektor der Währungsbehörde der EU-Kommission und einer der Hauptverantwortlichen für die Euro-Währung.

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