Hauptversammlung Porsche weiß nicht wohin mit seinem vielen Geld

Erster öffentlicher Auftritt seit zwei Jahren: Aufsichtsrat ­Ferdinand Piëch.
Erster öffentlicher Auftritt seit zwei Jahren: Aufsichtsrat ­Ferdinand Piëch. © Foto: afp
Stuttgart / dpa 31.05.2017

Die VW-Dachgesellschaft Porsche SE tut sich trotz einer gut gefüllten Kasse weiterhin schwer, Investitionspläne zu verwirklichen. Man habe in den vergangenen Jahren 1200 Beteiligungen geprüft, sich bei der Abwägung von Chancen und Risiken aber oft gegen den Einstieg entschieden, sagte der für Beteiligungen zuständige Porsche-Vorstand Philipp von Hagen auf der Hauptversammlung der Finanzholding in Stuttgart.

Als Nettoliquidität verfügt die PSE über rund 1,3 Mrd. €. Dieses Geld könnte investiert werden, es geht auf den Komplettverkauf des Autobauers Porsche AG an VW im Jahr 2012 zurück.

Bei der Hauptversammlung in Stuttgart äußerten Kleinaktionäre Kritik daran, dass nicht längst umfassend investiert wurde. Eher spöttisch forderte Daniel Jenderek von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz eine höhere Dividende: „Schütten Sie aus, Sie wissen ja sowieso nichts mit dem Geld anzufangen.“

Zudem kritisierten Kleinaktionäre die personellen Verflechtungen zwischen der Porsche SE und der Volkswagen AG. PSE-Vorstandschef Hans Dieter Pötsch ist zugleich VW-Aufsichtsratsboss, VW-Konzernchef Matthias Müller wiederum ist PSE-Vorstandsmitglied. Aus Sicht der Kleinaktionäre ist durch solche Verflechtungen nicht gewährleistet, dass der Abgasskandal komplett aufgeklärt werden kann. „Es ist ein Dieselskandal und keine Dieselthematik, wie Sie es nennen“, sagte Jenderek. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück.

Auf dem Podium saß auch der Ex-VW-Konzernlenker Ferdinand Piëch, der seit seinem Abgang als Volkswagen-Aufsichtsratschef im Frühjahr 2015 nicht mehr öffentlich aufgetreten war. Vor Beginn der Reden sprach er mit seinen Sitznachbarn, lächelte kurz, doch zumeist war seine Miene starr. Er wirkte müde und gealtert. Schweigend hörte er später den Rednern zu. Es könnte sein letzter offizieller Auftritt auf der Autobühne gewesen sein – spätestens im Frühjahr 2018 soll er sein Mandat als PSE-Aufsichtsrat niederlegen. Piëch hatte kürzlich sein Porsche-Aktienpaket an seine Verwandten verkauft.

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