Kommentar Thomas Veitinger zum Wettbewerb bei Mobilfunk Politik, bitte übernehmen!

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Ulm / Thomas Veitinger 08.08.2018

Es läuft etwas schief im Handyland Deutschland. Die Preise sind zu hoch, die Verbindungen außerhalb der Metropolen zu schlecht und die Internet-Geschwindigkeit zu niedrig. Im OECD-Preisvergleich liegt Deutschland auf Platz 27 von 35 Industriestaaten. Ein jämmerliches Bild. Dabei gibt es Auswege.

Beispiel 4G. Der aktuelle Mobilfunk-Standard LTE hätte mit seiner möglichen Maximalübertragungsrate ein Befreiungsschlag für Bewohner auf dem flachen Land sein können. Doch sehr viele Nutzer surfen noch immer deutlich langsamer als möglich, viele sogar im antiquierten 3G-Vorgängerstandard UMTS – oder noch schlechter. Der Grund: Die drei großen Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefonica verwehren Discountern und virtuellen Netzbetreibern hohe Geschwindigkeiten. Eine gesetzliche Verpflichtung wäre nötig, dies zu unterbinden.

Dazu kommt nationales Roaming, bei dem sich das Handy immer in das beste Netz einwählt. Dieses gibt es zwar bereits. Aber die großen Drei haben scheinbar keine große Lust auf Zusammenarbeit untereinander. Wohl auch, weil sie befürchten, Einsteiger könnten dieses Super-Netz nutzen. Hier müssen die Gesetzgeber ebenfalls eingreifen. Der kommende Standard 5G wird teuer werden, eine Zusammenarbeit dürfte die Kosten senken, neue Anbieter die Preise fallen lassen.

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