Soziales Pflege von Angehörigen zahlt sich im Alter aus

Seit Jahresanfang zahlt die Pflegeversicherung für Teilzeitarbeitende Rentenbeiträge, wenn sie mindesten zehn Stunden pro Woche pflegen. Auch Freunde fallen unter diese Regel. Ein Antrag ist dafür nicht nötig.
Seit Jahresanfang zahlt die Pflegeversicherung für Teilzeitarbeitende Rentenbeiträge, wenn sie mindesten zehn Stunden pro Woche pflegen. Auch Freunde fallen unter diese Regel. Ein Antrag ist dafür nicht nötig. © Foto: dpa
Berlin / Dieter Keller 27.05.2017

Wer den Ehepartner oder die Eltern pflegt, braucht nicht nur viel Kraft, sondern auch Zeit. Oft wechseln deswegen gerade Frauen auf einen Teilzeitjob, oder sie geben ihren Arbeitsplatz gar ganz auf. Dafür stehen sie selbst im Alter nicht völlig ohne Versorgung da: Seit Jahresanfang zahlt die Pflegeversicherung für sie bereits Rentenbeiträge, wenn sie mindestens zehn Stunden pro Woche pflegen. Bis Ende 2016 betrug die Mindestzeit 14 Stunden.

Rund 420 000 Pflegende, die ehrenamtlich tätig sind, erwerben so Rentenansprüche. Der Gesetzgeber spricht in diesem Fall zwar von Versicherungspflicht. Aber die Beiträge übernimmt voll die Pflegekasse; es gibt keinen „Arbeitgeberbeitrag“ des Gepflegten. Die wichtigsten Regeln:

Was sind die Voraussetzungen? Mindestens zehn Stunden Pflege pro Woche, verteilt auf wenigstens zwei Tage, und das länger als zwei Monate im Jahr. Die zehn Stunden können auch durch die Pflege mehrerer Pflegebedürftiger zusammenkommen. Diese müssen zu Hause wohnen.

Können auch Freunde gepflegt werden? Ja, solange sie nicht „erwerbsmäßig“ betreut werden. Wer in einem Pflegeberuf arbeitet, kann zusätzlich eigene Angehörige pflegen, solange dies nicht normal entlohnt wird. Eine kleine finanzielle Anerkennung ist allerdings möglich, etwa in gewissen Grenzen die Weitergabe des Pflegegelds. Rentenansprüche kann auch erwerben, wer vor Beginn der Pflege nicht berufstätig war. Die Pflegezeiten zählen zudem mit, wenn Wartezeiten für Rentenleistungen erfüllt werden müssen. So erhält nur Rente, wer mindestens fünf Jahre lang Beiträge gezahlt hat.

Darf daneben noch gearbeitet werden? Ja, aber maximal 30 Stunden pro Woche, also nicht in einem Vollzeitjob. Begünstigt sind nicht nur Angestellte und Arbeiter, sondern auch Beamte und Selbstständige. Dies gilt ebenso für die Bezieher einer Erwerbsminderungsrente. Wer bereits eine normale Altersrente bezieht, kann sie nicht durch Pflege aufstocken.

Wie hoch ist der Rentenanspruch? Dies hängt vom zeitlichen Einsatz und von der Pflegestufe des Betreuten ab, auf die zum Jahresanfang die Pflegeversicherung umgestellt wurde. Zudem wird berücksichtigt, ob neben der ehrenamtlichen Pflege eine pro­fessionelle Pflegekraft beschäftigt oder nur Pflegegeld gezahlt wird. Ein Jahr lang zehn Stunden unentgeltliche Pflege pro Woche können im Alter bei Pflegegrad fünf im Westen bis zu 30 € Rente im Monat bringen, im Osten rund 28 €.

Ein Fragebogen der Pflegekasse reicht

Nachweis Um die Pflege bei der Rente anerkannt zu bekommen, ist kein Antrag nötig, sondern nur der „Fragebogen zur Zahlung der Beiträge zur sozialen Sicherung für nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen“. Diesen gibt es bei den Beratungsstellen der Pflegekasse. Weitere Auskünfte erteilt das Servicetelefon der Rentenversicherer: 0800 1000 4800. dik