Kommentar Thomas Veitinger zum ersten E-Bus von Daimler Notwendige Wette

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Ulm / Thomas Veitinger 11.07.2018

Zu teuer, zu unzuverlässig, zu aufwändig: Busse mit Elektroantrieb haben hierzulande keinen guten Ruf. Jetzt baut Daimler dennoch einen 13-Tonner mit Batterie für den Nahverkehr. Was ist los mit den Stuttgartern? Hat sie der Rummel um bessere Luft in Städten verwirrt? Natürlich nicht. Dahinter steckt Kalkül.

In Zukunft, sind sich Verkehrsexperten einig, dürfte es nur noch emissionsfreie Busse geben. Irgendwann sind die Personentransporteure billiger als ihre Diesel-Brüder, schließlich braucht so ein Dickschiff weder  Motor, Getriebe noch eine kostspielige Abgasreinigung.

Die Zeit bis dahin gilt es zu nutzen: Kunden müssen regelrecht herangezogen werden. Die Infrastruktur ist zu bauen, die Fahrer und Entscheider gilt es zu überzeugen. Daimler kann mit dem E-Citaro Erfahrungen sammeln. Und schließlich reinigt so ein Fahrzeug auch den angegrauten Diesel-Ruf des Herstellers.

Zwar ist die Reichweite noch gering und die Kosten liegen weit über denen konventioneller Busse. Vielleicht wird die Batterie ja auch nicht so schneller billiger und besser, wie es heute von Spezialisten vorausgesagt wird. Aber das Ganze ist eine notwendige Wette auf die Zukunft. Dies zeigt auch ein Blick über Grenzen: Daimler fährt mit seinem E-Bus hinterher, in der chinesischen Stadt Shenzen fahren 16 000 E-Busse – schon heute.

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