Kommentar Handelsstreit mit den USA: Noch keine Entwarnung

Eine Neuauflage des Handelsabkommens TTiP stimmt unseren Hauptstadtkorrespondenten Guido Bohsem misstrauisch.
Eine Neuauflage des Handelsabkommens TTiP stimmt unseren Hauptstadtkorrespondenten Guido Bohsem misstrauisch. © Foto: Thomas Koehler/photothek.net Tho
Berlin / Guido Bohsem 27.07.2018
Die Entspannung im Handelsstreit ist erfreulich. Doch dass die Lösung nun im TTIP-Abkommen liegen soll, stimmt skeptisch.

Schon viele sind in den vergangenen Monaten in der Hoffnung nach Washington gefahren, einen Zugang zu Donald Trump zu finden. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron dachte kurzzeitig, den US-Präsidenten verstanden zu haben und lenken zu können. Jeder, außer vielleicht Israels Staatschef Benjamin Netanjahu, musste am Ende einsehen, dass Trump weder zu lesen noch zu lenken ist.

 Dass nun Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker es geschafft hat, dem erratischen Wüterich ein Zugeständnis in Sachen Handelskonflikt abzuringen, ist erfreulich. Insbesondere für die deutsche Automobilindustrie kommen damit gute Nachrichten aus den USA. Ob und wie lange dies halten wird, vermögen wahrscheinlich nicht mal Trumps engste Berater zu beurteilen.

 Die Rettung soll nun ausgerechnet in einer Neuauflage des transatlantischen Handelsabkommens TTiP liegen. Das muss misstrauisch stimmen. War es doch Trump, der die Verhandlungen darüber auf Eis legte, kaum dass er im Amt war. Nein, die Gefahr eines Handelskriegs zwischen USA und Europa ist allenfalls geringer geworden, gebannt ist sie nicht.

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