Bankberatung Kommentar zur Bankberatung: Nichts einzuwenden

Helmut Schneider
Helmut Schneider © Foto: swp
Ulm / Helmut Schneider 03.01.2018
Beratungsgespräche beim Wertpapierkauf werden künftig aufgezeichnet. Das hilft bei der Frage: Hat die Bank richtig aufgeklärt?

Schutz vor schlechter Beratung des Verbrauchers  – das klingt immer gut. Das klang vor allem nach dem großen Crash an den Finanzmärkten vor zehn Jahren gut, als viele Leute viel Geld mit Wertpapieren verloren hatten. Der Gesetzgeber wollte eine bessere Beratung sicherstellen und schrieb den Banken vor, das Beratungsgespräch genau zu dokumentieren.

Das Beratungsprotokoll ist aber kein großer Erfolg geworden. Dafür ist der Papierkram beim einfachen Kauf von ein paar Aktien zu groß. Einen Schutz vor Verlust kann es an der Börse ohnehin nicht geben.

Was es aber unbedingt geben sollte: Der Käufer eines Wertpapiers sollte wissen, was es kostet. Das ist bei Ausgabeaufschlägen, Provisionen und anderen Preisfaktoren nicht immer ganz einfach. Wenn die neuen Beratungsvorgaben „Midfid II“ hier für mehr Durchblick sorgen, ist das tatsächlich ein verbesserter Verbraucherschutz.

Beratungsgespräche werden künftig aufgezeichnet. Auch dagegen ist nichts einzuwenden. Das bringt zwar mehr Kosten für die Branche, die wieder beim Kunden landen werden. Aber mit Aufzeichnungen wird das Thema, um das es letztlich immer geht, einfacher geklärt: Hat die Bank den Kunden richtig über die Risiken informiert? Denn eines wird sich nicht ändern: Wer viel Geld verliert, wird auch künftig klagen – egal, wie er beraten wurde.

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