Kommentar Rentenplänen der Bundesregierung: Nicht nachhaltig

Dieter Keller
Dieter Keller © Foto: SWP
Berlin / Dieter Keller 06.06.2018

Ziemlich einfach macht es sich die große Koalition bei der Rentenpolitik: Erst einmal plündert sie die Reserven der gesetzlichen Rentenversicherer, um die Rentner mit schönen Dingen wie dem Einfrieren des Rentenniveaus und dem Aufstocken der Mütterrente zu beglücken. Wie das langfristig finanziert werden soll, wenn die Kassen leer sind und die Babyboomer verstärkt in Rente gehen, darüber zerbricht sich nicht etwa sie den Kopf. Eine Kommission soll den Stein der Weisen finden.

Seriös und nachhaltig wäre es gewesen, erst einmal ein langfristiges Konzept zu entwickeln und dann zu überlegen, ob wir uns Zusätzliches leisten können. Aber das ist mühsam, und es verspricht wenig Applaus der Wähler. Klar ist nämlich: Es gibt nichts zu verteilen, auch wenn es gerade Sozialdemokraten und Gewerkschaften gerne behaupten. Schon die Finanzierung des bestehenden Systems wird angesichts der demografischen Entwicklung ein Kraftakt.

Wer darauf vertraut, dass die Jungen den Alten ein stabiles Rentenniveau mit steigenden Beiträgen und einem deutlich höheren Zuschuss aus Steuermitteln finanzieren, der stellt einen ungedeckten Scheck auf die Zukunft aus. Was passiert, wenn sie nicht mitspielen? Auch wenn es verführerisch ist: Auf Illusionen sollte keiner seine Altersversorgung aufbauen. Dann könnte er nämlich schnell arm dran sein.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel