Kommentar Dorothee Torebko zum neuen Takt der Bahn Nicht mehr länger warten

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Berlin / Dorothee Torebko 23.08.2018

Künftig sollen Züge zeitlich aufeinander abgestimmt und zum Beispiel in einem Stunden-Rhythmus  in den Bahnhof einfahren. Dort warten sie einige Zeit auf die umsteigenden Fahrgäste. Das ist der Deutschlandtakt, der Bahnfahren schneller macht. Diese Umstellung ist überfällig.

In anderen Ländern wird der Takt längst praktiziert. Die Schweiz hat ihn 1982 auf den Weg gebracht. Mittlerweile fahren die Schweizer doppelt so häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie die Deutschen – sie müssen die Kapazität auf den Schienen sogar erhöhen und den Takt verdichten.

Für diese Entwicklung hat das Nachbarland allerdings 23 Jahre gebraucht. Die Politik fordert von der Deutschen Bahn, dass bis zum Jahr 2030 doppelt so viele Passagiere mit den Zügen unterwegs sind wie bisher. Dass zwölf Jahre dafür ausreichen werden, bezweifeln Bahn-Experten.

Hoffnung machen Beispiele aus den Ländern. In Rheinland-Pfalz wurde das Konzept ausprobiert. Die Folge: Doppelt so viele Kunden nutzten Regionalzüge. Dass dieser Effekt auch bei Fernverkehrszügen eintritt, ist wahrscheinlich. Denn Schnelligkeit, Verlässlichkeit, keine Wartezeit – das steht in der Prioritätenliste der Reisenden ganz oben. Es ist das, was andere Verkehrsträger wie das Auto ihnen in besserer Form bieten. Zumindest derzeit noch.

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